Antimilitaristische Proteste eskalieren in Köln und Bonn mit Polizeieinsätzen
Rebekka UllrichAntimilitaristische Proteste eskalieren in Köln und Bonn mit Polizeieinsätzen
Antimilitaristische Proteste erschüttern Köln und Bonn
In dieser Woche haben antimilitaristische Demonstrationen an mehreren Orten in Köln und Bonn für Aufsehen gesorgt. Aktivisten zielten dabei auf Industrieanlagen und politische Einrichtungen ab, was zu Polizeieinsätzen führte. Die Aktionen sind Teil des anhaltenden Widerstands gegen die Rüstungsproduktion.
Am 29. August 2023 drangen etwa 20 Protestierende in die SPD-Geschäftsstelle in der Kölner Magnusstraße ein. Da sie sich weigerten, das Gebäude zu verlassen, erstattete die Partei Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei räumte die Besetzung später.
Gegen 13:50 Uhr versammelten sich zudem 30 bis 40 teilweise vermummte Personen vor dem Rheinmetall-Standort an der Pützchens Chaussee in Bonn-Beuel. Sie trugen Transparente und Flugblätter, ignorierten jedoch die Aufforderungen der Beamten, ihre Vermummung abzulegen, eine Sprecherin oder einen Sprecher zu benennen und das Werksgelände zu räumen. Die Polizei löste die Versammlung auf und nahm drei Personen kurzzeitig fest, die sich der Räumung widersetzten. Die Gruppe stieg anschließend in einen Regionalzug Richtung Köln.
Schon zuvor hatten über 200 Demonstranten den Zugang zum Deutz-Werk in der Dillenburger Straße im Kölner Stadtteil Kalk blockiert. Sie zeigten antimilitaristische Parolen, bevor die Polizei eingriff.
In allen drei Fällen ermitteln die Behörden nun wegen möglicher Verstöße gegen das Versammlungsrecht. Die Proteste stehen im Zusammenhang mit den landesweiten antimilitaristischen Kundgebungen in Köln in dieser Woche. Strafanzeigen und weitere Ermittlungen laufen.
