Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr lokale Apotheken schließen müssen
Rebekka UllrichApothekensterben in NRW: Warum immer mehr lokale Apotheken schließen müssen
Der Apotheker Dr. Gregor Lohmann hat sich mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf getroffen, um über die eskalierende Krise im Apothekensektor Nordrhein-Westfalens zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen wirtschaftliche Belastungen, die sinkende Zahl lokaler Apotheken und geplante Proteste am 23. März. Beide waren sich einig, dass dringend eine fairere Vergütung und mehr öffentliche Aufmerksamkeit für das Problem nötig sind.
Die Zahl der Apotheken in Nordrhein-Westfalen ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. Gab es 2010 noch 4.673 Apotheken, waren es 2025 nur noch 3.510 – ein Rückgang um 25 Prozent. Allein im vergangenen Jahr schlossen 97 Apotheken, wobei besonders betroffene Stadtteile in Essen nicht näher benannt wurden.
Lohmann warnte vor den Folgen für die Patientenversorgung und betonte, dass das Problem längst nicht mehr nur ländliche Regionen betreffe. Verschreibungspflichtige Medikamente bildeten das Kern seines Geschäfts, sagte er, und forderte stabile finanzielle Rahmenbedingungen, um die lokalen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten und die Löhne des Personals zu verbessern.
Thema war auch der Aufstieg der Versandapotheken, deren Rabatte im krassen Gegensatz zu den festen Abgabegebühren der stationären Apotheken stehen. Schrumpf räumte ein, dass seine Möglichkeiten als Landespolitiker begrenzt seien, versprach jedoch, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen. Er unterstützte die geplanten Proteste und erkannte an, dass die fehlenden Anpassungen der Gebühren dringend thematisiert werden müssten.
Beide waren sich einig: Ohne faire Vergütung werde es für lokale Apotheken immer schwieriger, zu überleben – mit negativen Folgen für die Notfallversorgung und den Zugang der Bevölkerung zu essenziellen Dienstleistungen.
Das Treffen endete mit dem gemeinsamen Bekenntnis, sich für Veränderungen einzusetzen. Die Proteste am 23. März sollen auf die finanziellen Nöte der Branche aufmerksam machen. Schrumpf will das Thema unterdessen auf Bundesebene vorantreiben, auch wenn kurzfristige Lösungen noch ungewiss sind.