19 June 2026, 00:16

Bayreuther Festspiele in der Antisemitismus-Debatte: Streit mit Michel Friedman eskaliert

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele in der Antisemitismus-Debatte: Streit mit Michel Friedman eskaliert

Bayreuther Festspiele in der Kritik: Vorwürfe wegen unzureichender Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Streit mit Michel Friedman

Die Bayreuther Festspiele sehen sich mit Vorwürfen konfrontiert, sie hätten das Thema Antisemitismus nicht ausreichend aufgearbeitet. Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Konflikt mit dem prominenten Publizisten Michel Friedman. Dieser warf dem Festival vor, sich nicht ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben. Die Spannungen eskalierten, nachdem eine geplante Veranstaltung mit Friedman abgesagt worden war – was erneut Fragen nach dem Engagement der Institution bei der Aufarbeitung ihrer historischen Verstrickung in den Antisemitismus aufwarf.

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Friedman äußerte öffentlich, die Festspiele hätten das Problem des Antisemitismus nicht mit der nötigen Konsequenz angegangen. Zudem betonte er, niemals an internen Initiativen des Festivals zur Bewältigung dieser Herausforderung beteiligt gewesen zu sein. Seitens der Festspielleitung hieß es dazu, man habe zwar vor über einem Jahr Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit Friedman geführt, eine verbindliche Vereinbarung sei jedoch nie zustande gekommen.

Katharina Wagner nannte später „Sicherheitsbedenken“ als Grund für die Absage von Friedmans Einladung. Dennoch blickt das Festival auf eine Geschichte der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit zurück. Man habe sich bei Friedman entschuldigt, und die umstrittene Veranstaltung werde wie geplant stattfinden.

In den vergangenen Jahren unternahm Bayreuth verschiedene Schritte, um sein umstrittenes Erbe aufzuarbeiten. So setzten sich Bühnenproduktionen direkt mit Richard Wagners Antisemitismus auseinander. Zudem organisierte das Festival Gedenkveranstaltungen und Symposien, die die Verbindungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus thematisierten. Damit setzte es Maßstäbe für die historische und ethische Einordnung von Kunst. Auch jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten maßgeblich das künstlerische Programm der Festspiele.

Trotz der jüngsten Kontroverse hält das Festival an seinem Spielplan fest. Die Bemühungen, den Antisemitismus in der eigenen Geschichte anzuerkennen und einzuordnen, werden fortgeführt. Die Entschuldigung an Friedman signalisiert zwar Dialogbereitschaft, doch die Diskussion über den richtigen Umgang mit der Thematik dauert an.

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