Bergisch Gladbach kämpft mit leeren Kassen: Kämmerer warnt vor Haushaltskrise
Hans-Helmut RuppersbergerBergisch Gladbach kämpft mit leeren Kassen: Kämmerer warnt vor Haushaltskrise
Bürgermeister Thore Eggert erklärt Haushaltslage: Bergisch Gladbach steckt in finanziellen Engpässen
Bei einer jüngsten Veranstaltung der BürgerAkademie erläuterte Bergisch Gladbachs Stadtkämmerer Thore Eggert (FDP) die Komplexität des städtischen Haushalts. Das 500 Seiten starke Dokument zeigt auf, wie die Stadt ihre Finanzen verwaltet – mit dem Großteil der Ausgaben fest verplant und kaum Spielraum für Kürzungen. Eggert betonte, dass seine Rolle als Kämmerer vor allem administrativ sei und nicht von Parteipolitik geprägt werde.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die finanziellen Herausforderungen der Stadt, insbesondere im Bereich der Sozialleistungen und der steigenden Personalkosten. Tariferhöhungen haben die Ausgaben in die Höhe getrieben, sodass kaum noch Einsparmöglichkeiten bestehen. Eggert warnte davor, dass Bergisch Gladbach einen Haushaltskonsolidierungskurs vermeiden müsse, der strenge finanzielle Vorgaben mit sich bringen und die kommunale Selbstverwaltung einschränken würde.
Der jährliche Haushaltsplan, der normalerweise bis Dezember vom Stadtrat verabschiedet wird, verzögert sich diesmal aufgrund der Kommunalwahlen. Dennoch hat die Stadt bereits 126 Millionen Euro für Investitionen im Jahr 2026 vorgesehen – unter anderem für Schulen, Straßen, Kitas und die Umnutzung des Industriegeländes Zanders. Allerdings bleibt Eggert beim Zanders-Projekt zurückhaltend: Es handele sich um ein langfristiges Vorhaben mit ungewisser wirtschaftlicher Tragfähigkeit.
Der Großteil des Haushalts ist starr verplant, sodass kaum Flexibilität für Anpassungen besteht. Eggert unterstrich, dass zwar einige Ausgaben unvermeidbar seien, die Stadt ihre Prioritäten jedoch sorgfältig abwägen müsse, um Stabilität zu wahren.
Ziel der BürgerAkademie war es, den Haushalt für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher zu machen – auch wenn seine Komplexität eine Hürde bleibt. Mit 126 Millionen Euro für zentrale Projekte setzt die Stadt auf notwendige Investitionen, muss dabei aber enge finanzielle Grenzen beachten. Eggerts Vorgehen spiegelt die Notwendigkeit einer umsichtigen Planung wider, in einem Haushalt, der kaum Spielraum lässt.