Berliner Staatsoper feiert Beethoven-Jubiläum mit mutigem Programm und Welttournee
Rebekka UllrichWas die Staatsoper für die nächste Saison geplant hat - Berliner Staatsoper feiert Beethoven-Jubiläum mit mutigem Programm und Welttournee
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden präsentiert ambitioniertes Programm für die kommende Spielzeit
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ein ehrgeiziges Programm für ihre anstehende Saison vorgestellt. Sechs Neuproduktionen feiern Premiere, darunter selten aufgeführte Werke und ein großes Jubiläumsprojekt. Zudem plant das Haus internationale Gastspiele und eine prominent besetzte Einladung – vor dem Hintergrund jüngster Debatten über die kulturelle Rolle der Oper.
Im Mittelpunkt des Festivals 2027 steht Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie, mit der an den 200. Todestag des Komponisten erinnert wird. Diese Herausstellung ist Teil einer Spielzeit, die Tradition und Innovation verbindet: So steht Engelbert Humperdincks selten gespieltes Werk Königskinder auf dem Programm – eine persönliche Wahl von Generalmusikdirektor Christian Thielemann. Weitere Produktionen umfassen Giacomo Puccinis Manon Lescaut und Gaspare Spontinis La Vestale, ergänzt durch die Rückkehr der Barocktage im November 2026 mit Francesco Cavallis La Calisto.
Die Staatsoper geht zudem auf internationale Tournee: Nach einem Gastspiel in Shanghai folgen Auftritte in Japan und Taiwan. Gleichzeitig hat sich das Haus in aktuelle kulturelle Diskurse eingebracht, ausgelöst durch jüngste Äußerungen des Schauspielers Timothée Chalamet über die Oper, die eine Debatte entfachten. Intendantin Elisabeth Sobotka begrüßte den Austausch und betonte, wie er die Welten von Oper, Ballett und zeitgenössischem Publikum verbinde. Sie unterstrich die Fähigkeit der Oper, Menschen tief zu berühren – ein Gedanke, den Thielemann aufgriff, als er Chalamet einlud, eine Aufführung von Tristan an der Staatsoper zu besuchen.
Für Thielemann ist es die dritte Spielzeit als Generalmusikdirektor. Unter seiner Leitung vereint das Haus klassisches Repertoire mit wiederentdeckten Werken und festigt so seinen Ruf für künstlerischen Mut.
Mit der neuen Saison erweitert die Staatsoper ihre globale Präsenz und vertieft ihr künstlerisches Angebot. Durch Neuinszenierungen, internationale Gastspiele und den Fokus auf historische wie selten gehörte Werke will das Haus ein breites Publikum ansprechen. Die Einbindung von Beethovens Neunter Sinfonie und Humperdincks Königskinder unterstreicht dabei das Bestreben, musikalisches Erbe und Innovation gleichermaßen zu feiern.