26 June 2026, 08:11

Brasilien versteigert Öl- und Gasrechte im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasilien wegen Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasilien versteigert Öl- und Gasrechte im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) versteigerte am 17. Juni 2025 große Förderrechte für fossile Brennstoffe. Bei der Auktion wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke angeboten, darunter 68 im brasilianischen Amazonasgebiet – ein Schritt, der bei Umweltschutzorganisationen auf breite Kritik stieß.

Insgesamt 47 Blöcke lagen an der Mündung des Amazonas, von denen 19 erfolgreich vergeben wurden. Diese umfassen eine Meeresfläche von 16.312 Quadratkilometern. Zu den erfolgreichen Bietern zählten internationale Konzerne wie Chevron, ExxonMobil, Chinas CNPC sowie der staatliche brasilianische Energieriese Petrobras.

Vor der Vergabe der Konzessionen wurde jedoch keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentbecken (AAAS) durchgeführt. Zudem fehlte die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169. Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens beantragte eine einstweilige Verfügung, um die Auktion zu stoppen, und verwies auf Verfahrensmängel sowie unzureichende Umweltfolgenstudien.

Rechtsexperten argumentieren, dass die Versteigerung gegen verfassungsrechtliche und internationale Verpflichtungen Brasiliens verstoßen könnte. Kritiker werfen der Regierung vor, damit die Klimazusagen von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu untergraben. Zudem gefährde der Schritt Brasiliens Rolle als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP30 im Jahr 2025 und sende widersprüchliche Signale in der Umweltpolitik.

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Umweltschützer warnen, dass neue fossile Projekte im Amazonas die Ökosysteme an den Rand des Kollapses bringen und die globale Erwärmung beschleunigen könnten. Die rechtlichen und ökologischen Kontroversen um die Auktion werden voraussichtlich in den kommenden Monaten weiter untersucht.

Quelle