Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünf-Cent-Rundung
Franz Josef SchlosserBundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünf-Cent-Rundung
Die deutsche Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Damit würde Deutschland sieben EU-Ländern folgen, in denen eine solche Regelung bereits gilt. Die Änderung könnte den Zahlungsverkehr vereinfachen und die Kosten für den Umgang mit Kleingeld senken.
Die Idee ist nicht neu: Bereits vor einem Jahr diskutierte das Nationale Bargeldforum den Vorschlag, der seitdem an Fahrt aufgenommen hat. Sieben EU-Staaten – Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland – wenden die Rundungsregel bereits an, wobei Finnland sie vor März 2026 einführen wird.
Laut Plan würden Beträge wie 3,99 Euro auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Ziel ist es, die ein- und zweicentigen Münzen schrittweise abzuschaffen, deren Herstellung und Transport weiterhin teuer sind. Keines der Länder hat die Münzen jedoch vollständig abgeschafft, da dies eine EU-weite Entscheidung erfordern würde.
Einige deutsche Händler testen die Rundung bereits. In Nordrhein-Westfalen ermöglichen mehrere Supermarktketten Kunden, den Betrag auf volle zehn Cent aufzurunden, um den Differenzbetrag an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Die öffentliche Meinung steht dem Vorhaben positiv gegenüber: 56 Prozent der Deutschen unterstützen den Vorschlag der Bundesbank. Bargeld bleibt beliebt und macht etwa die Hälfte aller Zahlungen im stationären Handel aus.
Sollte die Rundungsregel eingeführt werden, würde sich Deutschland an die bestehende Praxis anderer EU-Staaten anpassen. Der Schritt könnte die Abhängigkeit von Kleingeld verringern, ohne die Praktikabilität von Bargeldtransaktionen zu beeinträchtigen. Die nächsten Schritte der Bundesbank werden zeigen, ob der Vorschlag vorankommt.






