21 April 2026, 14:17

Caren Jess' Bookpink feiert rabiate Premiere am Deutschen Theater Berlin

Offenes Buchkatalogverzeichnis mit Komödien, Historiendramen und Tragödien vor dunklem Hintergrund.

Caren Jess' Bookpink feiert rabiate Premiere am Deutschen Theater Berlin

Caren Jess' neues Stück Bookpink – Neuankömmlinge feiert Premiere am Deutschen Theater Berlin

In ihrer jüngsten Inszenierung Bookpink – Neuankömmlinge verwebt Caren Jess Tierfabeln, persönliche Geschichte und scharfe Gesellschaftskritik zu einem dichten Bühnenwerk. Unter der Regie von Jorinde Dröse fordert die Produktion das Publikum mit ihrem temporeichen Blick auf Macht und Überleben heraus.

Erstmals auf sich aufmerksam machte Jess 2023 mit Die Katze Eleonore, das in Dresden uraufgeführt wurde. Das Stück erzählte von einer Frau, die sich in eine Katze verwandelt, um menschlichen Erwartungen zu entfliehen. Bookpink – Neuankömmlinge knüpft an ähnliche Motive an, erweitert den Fokus jedoch auf strukturelle Unterdrückung.

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Das neue Werk gliedert sich in drei Szenen, die jeweils untersuchen, wie Tiere – und damit auch Menschen – sich unter Druck anpassen oder an struktureller Gewalt zerbrechen. Ein Abschnitt zeigt Kreaturen, die durch menschliches Handeln in die Falle geraten, ein anderer entlarvt sozialen Darwinismus, Biologismus und Rassismus-Mythen. Jess greift zudem auf die Erinnerungen ihrer Großmutter Erdmuth zurück und verflicht Private mit Politischem.

Regisseurin Dröse hält das Tempo straff und lässt dem Publikum kaum Raum zum Durchatmen zwischen den Szenen. Der letzte Akt endet abrupt in Trauer und Schock, trotz seines fabelhaften Rahmens. Visuell verleihen Kathrin Froschs Kostüme und das Bühnenbild dem Stück eine kühne Pop-Art-Energie, die mit den düsteren Themen kontrastiert.

Die Premiere unterstreicht Jess' anhaltende Auseinandersetzung mit Mensch-Tier-Dynamiken und systemischer Kritik. Bookpink – Neuankömmlinge verbindet persönliche Schicksale mit größeren Fragen zu Kapitalismus, Kolonialismus und Überleben. Die Zuschauer verlassen den Saal mit den beunruhigenden Bildern des Stücks – und seinen unbeantworteten Fragen – im Kopf.

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