21 March 2026, 16:19

Collien Fernandes klagt gegen Ex-Mann wegen KI-generierter Deepfakes in Spanien

Weißer Text auf einem violetten Hintergrund liest "wiki gap minsk - lassen wir die Internet-Geschlechterlücke hinter uns" in fetter Schrift.

Collien Fernandes klagt gegen Ex-Mann wegen KI-generierter Deepfakes in Spanien

Die deutsche Schauspielerin Collien Fernandes hat in Spanien rechtliche Schritte gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, eingeleitet – wegen angeblicher sexualisierter Deepfakes. Sie wirft ihm vor, ohne ihre Zustimmung KI-generierte Inhalte erstellt und verbreitet zu haben. Spaniens strengere Gesetze gegen digitale geschlechtsspezifische Gewalt bieten dabei besseren Schutz als die deutschen Regelungen, wo Betroffene oft auf juristische Hürden stoßen.

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Der Fall von Fernandes unterstreicht das wachsende Problem des Missbrauchs durch Deepfakes und löst Forderungen nach schärferen Gesetzen in ganz Europa aus.

Fernandes reichte ihre Beschwerde im Rahmen des spanischen Rechtssystems ein, das nicht einvernehmliche Deepfakes bereits als Form digitaler Gewalt einstuft. Ein neuer Gesetzentwurf im Land sieht verschärfte Strafen vor, darunter ein bis zwei Jahre Haft für die Erstellung oder Verbreitung von KI-generierten Bildern oder Stimmen ohne Erlaubnis. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Persönlichkeitsrechte, Privatsphäre und Bildrechte im digitalen Raum zu schützen – Bereiche, in denen das deutsche Recht derzeit noch Lücken aufweist.

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, unterstützte Fernandes öffentlich und nannte sie eine "mutige Frau", deren Haltung ein starkes Signal an andere Betroffene sende. Neubaur betonte, dass gefälschte, sexualisierte Darstellungen Schäden anrichten können, die mit körperlicher Gewalt vergleichbar sind. Sie warnte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine weitverbreitete Bedrohung, die dringend gesetzgeberisches Handeln erfordere.

Neubaur kritisierte die zögerliche Reformbereitschaft der Politik und forderte Änderungen im Sexualstrafrecht. Sie sprach sich für eine Gleichstellung von digitaler und physischer Gewalt aus, einschließlich der Einrichtung spezialisierter Gerichte für beide Deliktformen. Nach ihren Worten lassen aktuelle rechtliche Grauzonen Opfer oft schutzlos zurück und erschweren die wirksame Verfolgung von Tätern.

Der Fall Fernandes könnte präzedenzwirksam für den Umgang mit Deepfake-Missbrauch in Europa werden. Spaniens strengere Regelungen bieten ein mögliches Vorbild für andere Länder – auch für Deutschland, wo der rechtliche Schutz noch unzureichend ist. Das Ergebnis des Verfahrens könnte künftige Reformen beeinflussen, die auf die Schließung von Lücken in der Gesetzgebung zu digitaler Gewalt abzielen.

Quelle