Der Mummelsee-König sucht dringend einen Nachfolger für sein skurriles Erbe
Franz Josef SchlosserDer Mummelsee-König sucht dringend einen Nachfolger für sein skurriles Erbe
Seit drei Jahrzehnten verkörpert Hermann Müller die Legende des Mummelsee-Königs. In Schilfgewand und auf meterhohen Stelzen stehend begeistert er Kinder und hält die lokale Tradition lebendig. Doch seit er vor zwei Jahren seinen Rückzug ankündigte, gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger schwierig – selbst sein eigener Enkel zeigt Interesse an der Rolle.
Vor 30 Jahren übernahm Hermann Müller erstmals die Figur des Mummelsee-Königs, wenn auch mit Unterbrechungen. Sein Kostüm – ein grasbedeckter Umhang, eine Dreizack, eine Krone und Stelzen – verwandelt ihn in eine eindrucksvolle Erscheinung. Vor jedem Auftritt bemalt er sich das Gesicht grün und die Augen blau, um den mythischen Look perfekt zu machen.
An sonnigen Tagen zieht er am See seine Runden, erschreckt scherzhaft Erwachsene und verteilt Süßigkeiten an Kinder. Seine Auftritte haben den Mummelsee-König zu einer beliebten Attraktion gemacht, die Besucher anlockt und die Legende am Leben erhält.
Als Müller vor zwei Jahren seinen Rückzug ankündigte, begann die Suche nach einem Nachfolger. Der ideale Kandidat müsste Freude an der Arbeit mit Kindern haben und die spielerischen Anforderungen der Rolle annehmen. Bisher hat sich niemand gefunden – doch sein Enkel Ben hat Interesse signalisiert. Sowohl Müller als auch Karl-Heinz Müller, der Leiter des nahegelegenen Berghotels Mummelsee, wollen Anfang nächsten Jahres über Bens mögliche Nachfolge sprechen.
Das Hotel an der Schwarzwaldhochstraße 11 in Seebach ist seit langem mit der Tradition verbunden. Ohne einen neuen König bleibt die Zukunft dieses skurrilen, aber geliebten Brauchs ungewiss.
Die Rolle des Mummelsee-Königs ist mehr als nur ein Kostüm – sie ist eine Tradition, die Besuchern Freude bereitet und die lokale Folklore bewahrt. Da noch kein Nachfolger feststeht, wartet die Gemeinschaft gespannt, ob Ben oder ein anderer Kandidat die Rolle übernehmen wird. Bis dahin prägt Hermann Müllers Vermächtnis weiterhin den magischen Ruf des Sees.






