30 April 2026, 08:14

Deutsche Firmen scheitern an digitaler Souveränität – trotz Investitionswillen

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit mehreren Geräten (Laptop, Mobiltelefon, Tablet), die über sichere Schlösser verbunden sind und den Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät veranschaulichen.

Deutsche Firmen scheitern an digitaler Souveränität – trotz Investitionswillen

Eine neue Studie zeigt: Deutsche Unternehmen sind nach wie vor stark von ausländischen Technologieanbietern für essenzielle Dienstleistungen abhängig. Der Digital-Souveränitäts-Index (DSI), erstellt von Adesso und dem Handelsblatt Research Institute, belegt, dass mehr als 60 Prozent der Firmen bei Cloud-Diensten, Software und KI-Lösungen auf nicht-europäische Anbieter setzen. Doch die meisten Unternehmen sind bisher nicht in der Lage, diese Abhängigkeit aus eigener Kraft zu verringern.

Der DSI basiert auf den Antworten von rund 500 Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden sowie öffentlichen Einrichtungen. Demnach überträgt nur ein Viertel der Organisationen die Verantwortung für digitale Souveränität an die Führungsebene. Noch weniger – lediglich 21 Prozent – haben eine eigenständige Strategie in diesem Bereich entwickelt. Gerade einmal 13 Prozent verankern das Konzept in ihrer übergeordneten Unternehmensplanung.

Im Durchschnitt erreichen deutsche Unternehmen derzeit 65,8 Prozent auf der Reifeskala des Index für digitale Souveränität. Ihr angestrebter Wert liegt jedoch bei 77,8 Prozent – ein Zeichen dafür, dass sie zwar mehr Kontrolle anstreben, aber keine vollständige Autarkie. Die Umfrage förderte zudem Investitionsbereitschaft zutage: 80 Prozent der Unternehmen wären bereit, für souveräne Alternativen einen Aufpreis zu zahlen, im Schnitt 17 Prozent mehr.

Mark Lohweber, Vorstandsvorsitzender von Adesso, betonte, dass digitale Souveränität längst kein rein technisches Thema mehr sei. Vielmehr habe sie sich zu einem entscheidenden Faktor für Wachstum und globale Wettbewerbsfähigkeit entwickelt.

Die Ergebnisse verdeutlichen die Kluft zwischen Anspruch und Umsetzung in der deutschen Wirtschaft. Zwar erkennen die meisten Unternehmen die Bedeutung einer geringeren Abhängigkeit von ausländischer Technologie an, doch konkrete Maßnahmen bleiben oft aus. Die Bereitschaft, für souveräne Lösungen mehr zu bezahlen, deutet auf einen Prioritätenwandel hin – doch die Umsetzung in Strategie und Governance steckt noch in den Kinderschuhen.

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