Dieter Nuhrs Femizid-Äußerungen entfachen hitzige Debatte über Gewalt gegen Frauen
Franz Josef SchlosserDieter Nuhrs Femizid-Äußerungen entfachen hitzige Debatte über Gewalt gegen Frauen
Der Komiker Dieter Nuhr steht wegen Äußerungen in einer jüngsten Sendung in der Kritik. Seine Bemerkungen zu Femiziden lösten eine Debatte aus, obwohl er betont, niemals Witze über das Thema gemacht zu haben. Die Diskussion fällt in eine Zeit anhaltender Besorgnis über Gewalt gegen Frauen in Deutschland.
In einer Sendung am 18. Juni thematisierte Nuhr Femizide und hinterfragte die Verwendung des Begriffs „strukturell“ im Zusammenhang mit einer kollektiven Schuldzuweisung an Männer. Zudem verteidigte er Männer gegen das, was er als überzogene Verunglimpfung bezeichnete.
Als Sicherheitsmaßnahme schlug er vor, potenzielle Partner vor dem Sex besser kennenzulernen. Kritisch äußerte er sich auch darüber, wie digitale Empörung oft als öffentliche Meinung dargestellt werde.
Auf die anschließende Kritik reagierte Nuhr mit der Versicherung, er habe sich niemals über Femizide lustig gemacht und werde dies auch nie tun. Er räumte ein, dass in Deutschland jährlich etwa 300 bis 350 Femizide verübt werden. Offizielle Zahlen belegen, dass im Jahr 2024 bereits 328 Mädchen und Frauen im Land getötet wurden. Fast 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt in Deutschland sind weiblich.
Nuhrs Aussagen lenkten die Aufmerksamkeit auf das übergeordnete Problem der Gewalt gegen Frauen. Die von ihm genannten Statistiken unterstreichen das Ausmaß der Femizide in Deutschland. Seine Betonung, das Thema nicht verharmlost zu haben, konnte die Kontroverse jedoch nicht beenden.
