Dortmund unter Verdacht: Warum der BVB jahrelang Missbrauch ignorierte
Franz Josef SchlosserDortmund unter Verdacht: Warum der BVB jahrelang Missbrauch ignorierte
Borussia Dortmund steht unter Untersuchung wegen mutmaßlichen Missbrauchs durch einen ehemaligen Mitarbeiter. Der Verein erfuhr erstmals 2010 von den Vorwürfen, unternahm jedoch erst 2023 Schritte. Die angeblichen Straftaten sollen zwischen den frühen 1990er- und frühen 2000er-Jahren stattgefunden haben.
Der Klub wurde 2010 auf einen mutmaßlichen Versuch des Ex-Mitarbeiters aufmerksam, sich in den 1990er-Jahren einem Spieler zu nähern. Ein weiterer Spieler äußerte 2018 Bedenken, doch erst 2023 reagierte Borussia Dortmund: Der Beschuldigte verlor seinen Arbeitsplatz, und seine Ehrenmitgliedschaft wurde ausgesetzt.
Im November 2025 beauftragte der Verein eine unabhängige Prüfung des Falls. Eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und eine Strafrechtskanzlei leiten die Ermittlungen. Zudem durchsuchten die Ermittler die Wohnung des Verdächtigen und beschlagnahmten elektronische Geräte sowie Datenträger. Die Staatsanwaltschaft Hagen führt das strafrechtliche Verfahren und hat bisher 23 potenzielle Opfer identifiziert.
Borussia Dortmund rechnet bis Jahresende mit dem Abschlussbericht zum Missbrauchsfall. Zu den laufenden juristischen Verfahren äußert sich der Verein nicht weiter. Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden die gesicherten Beweismittel auswerten.
