14 March 2026, 12:13

Düsseldorfs "fiftyfifty" kämpft ums Überleben – warum das Magazin für Obdachlose unverzichtbar bleibt

Eine Schwarz-Weiß-Anzeige für den Portland Library Association, die Text enthält.

Düsseldorfs "fiftyfifty" kämpft ums Überleben – warum das Magazin für Obdachlose unverzichtbar bleibt

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin – eine Lebensader für obdachlose und marginalisierte Verkäufer:innen – verzeichnet einen drastischen Rückgang der Verkaufszahlen. Die Auflage ist von einst 40.000 Exemplaren auf weniger als 12.000 im Januar 2023 gesunken. Der Einbruch spiegelt nicht nur die allgemeinen Herausforderungen des Printjournalismus wider, sondern auch eine zunehmende Feindseligkeit gegenüber den Verkäufer:innen, von denen viele einen Migrationshintergrund haben.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten bietet "fiftyfifty" seinen Verkäufer:innen weit mehr als nur ein Einkommen. Der Verkauf der Zeitschrift gibt Struktur, zwischenmenschliche Kontakte und ein Gefühl von Selbstwert. Gleichzeitig dient das Magazin als Sprachrohr, das Missstände aufdeckt und sich gegen die Diskriminierung Obdachloser einsetzt.

Mit den Erlösen werden soziale Projekte finanziert, darunter Straßenhilfe und "Housing First"-Programme. Künstler:innen spenden Werke für eine Wohltätigkeitsgalerie, deren Erträge in diese Initiativen fließen. Um die steigenden Kosten zu decken, wurde der Preis für "fiftyfifty" von 2,80 auf 3,40 Euro angehoben.

Eine digitale Version namens "fiftyfifty-ObdachLOS" funktioniert wie eine Loskarte: Käufer:innen erwerben Zugangscodes, wobei die Verkäufer:innen die Hälfte des Verkaufspreises erhalten. Unklar bleibt jedoch, wie viele Leser:innen die Online-Ausgabe erreicht und wie sie im Vergleich zur Printversion abschneidet.

Der Rückgang der Verkaufszahlen bedroht ein unverzichtbares Unterstützungssystem für die Obdachlosenhilfe in Düsseldorf. Ohne "fiftyfifty" verlören die Verkäufer:innen nicht nur ihr Einkommen, sondern auch Sichtbarkeit und den Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen wie medizinischer Versorgung. Das Überleben des Magazins bleibt entscheidend – sowohl für die Interessenvertretung als auch für die konkrete Hilfe vor Ort.

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