Erste Konferenz für Post-Ost-Migranten schafft Netzwerke und Perspektiven
Franz Josef SchlosserErste Konferenz für Post-Ost-Migranten schafft Netzwerke und Perspektiven
Dreitägige Konferenz für Migrantinnen und Migranten aus ehemaligen Ostblockstaaten in Deutschland
Vom 6. bis 8. August fand in Deutschland eine dreitägige Konferenz für Menschen mit Migrationshintergrund aus ehemaligen Ostblockstaaten statt. Veranstaltet wurde die Tagung von der BUNT-Stiftung und markierte den Start von p(ost) berlin, einem neuen Projekt, das im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert wird. Erstmals trafen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um über Gemeinschaftsbildung und Herausforderungen der Integration zu diskutieren.
Bei dem Treffen kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Migrantengruppen zusammen, darunter ukrainische, russischsprachige und kasachische Communities. Wladimir Weinberg, Geschäftsführer des Bundesverbands russischsprachiger Eltern, hielt einen Vortrag über die Stärkung von Migrantennetzwerken. Dabei betonte er die Bedeutung von Solidarität unter Menschen mit gemeinsamem kulturellen Hintergrund.
Mehrere Organisationen stellten während der Veranstaltung ihre Arbeit vor. Der Verein Frauenpower – Ukrainische Frauen Integrationsverein Sachsen-Anhalt unterstützt ukrainische Frauen dabei, in der deutschen Gesellschaft Fuß zu fassen. Die Kinder- und Jugendorganisation JunOst widmet sich jungen Menschen mit russischsprachigen Wurzeln. Nash Berlin wiederum arbeitet mit dem Mriya-Verein zusammen, um ukrainische Kulturschaffende in der Stadt zu fördern.
Auch die Deutsch-Kasachische Gesellschaft, die seit 1997 aktiv ist, nahm teil und präsentierte ihre langjährige Arbeit zur Vernetzung zwischen Kasachstan und Deutschland. Die BUNT-Stiftung selbst bietet Sprach- und Kulturkurse an, vor allem für Frauen, Kinder und Familien. Ziel dieser Initiativen ist es, die Integration zu erleichtern und gleichzeitig das kulturelle Erbe zu bewahren.
In Deutschland gibt es rund 750.000 eingetragene Vereine, von denen viele Migrantinnen und Migranten bei rechtlichen Fragen, finanziellen Angelegenheiten und Haftungsrisiken unterstützen. Allerdings liegen keine genauen Zahlen zu Migranten aus ehemaligen Ostblockstaaten vor – historische Aufzeichnungen enthalten nur begrenzte Daten zu spezifischen Gruppen, etwa jüdischen Migrantinnen und Migranten aus Polen, Ungarn und Rumänien vor 1989.
Die Konferenz schuf eine Plattform für Post-Ost-Communities, um Ideen und Strategien auszutauschen. Künftige Treffen im Rahmen des Projekts p(ost) berlin werden voraussichtlich an diese Diskussionen anknüpfen. Die Veranstalter hoffen, dass die Initiative die Vernetzung von Migrantinnen und Migranten aus der Region weiter stärken wird.






