Erster Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeigroßeinsatz
Laurenz MühleErster Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeigroßeinsatz
Ein einzelner Castor-Behälter mit atomarem Abfall ist nach einem streng überwachten Transport vom Forschungszentrum Jülich im Zwischenlager Ahaus eingetroffen. Die am Dienstagmorgen begonnene Verlegung zog große Proteste entlang der Strecke und einen massiven Polizeieinsatz nach sich. In den kommenden Monaten sollen weitere 151 Behälter folgen.
Der Konvoi brach am Dienstag gegen 10 Uhr vom Forschungszentrum Jülich auf. Hunderte Atomkraftgegner säumten die Straßen und bildeten einen Demonstrationszug, der sich über mehrere Kilometer erstreckte. Einige Aktivisten versammelten sich später vor dem Zwischenlager in Ahaus und hielten eine Mahnwache ab, als der Behälter in den frühen Morgenstunden des Mittwochs eintraf.
Während des Transports war die Zufahrtsstraße zum Lager komplett für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Rund 2.400 Polizeibeamte waren im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten. Nach Angaben der Behörden verlief der Transport ohne Zwischenfälle.
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen plant, bei künftigen Transporten bis zu drei Castor-Transporter gleichzeitig einzusetzen. Oppositionspolitiker üben jedoch scharfe Kritik an den laufenden Atomtransporte.
Die Ankunft des ersten Behälters markiert den Beginn eines langwierigen Prozesses, bei dem noch 151 weitere Behälter verlegt werden müssen. Mit weiteren Protesten und erhöhten Sicherheitsvorkehrungen ist zu rechnen, während die Transporte andauern. Derzeit gibt es keine Bekanntmachungen des Landes zu alternativen Lager- oder Endlagerstätten für den verbleibenden Atommüll.






