08 April 2026, 08:21

Escape Room in Marl lässt Spieler bürokratische Asyl-Hürden erleben

Plakattext lautet "Flüchtlinge können Gebührenfreiheit für über 1.000 Coursera-Kurse erhalten und werden in geführten Diskussionen lokale Studenten begleiten" mit mehreren Personen, einige mit Taschen, was darauf hindeutet, dass es sich um Flüchtlinge handelt.

Escape Room in Marl lässt Spieler bürokratische Asyl-Hürden erleben

Flucht-Simulationsraum in Marl: Ein Escape Game zeigt die Hürden von Asylsuchenden

Ein Escape Room in Marl gibt Einheimischen einen unmittelbaren Einblick in die Herausforderungen, mit denen Geflüchtete bei der Beantragung von Asyl konfrontiert sind. Unter dem Titel "Unbekannte Unbehagen" (Unvertrautes Unbehagen) simuliert die interaktive Ausstellung die bürokratischen Hindernisse und den Zeitdruck, die mit der Sicherung eines Aufenthaltsstatus in einem fremden Land verbunden sind. Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative, um Empathie und Verständnis in der Gemeinschaft zu fördern.

Der Escape Room, organisiert von der "Flüchtlingshilfe Bonn" und untergebracht im "insel-VHS"-Bildungszentrum für Erwachsene, versetzt die Teilnehmer:innen in ein fiktives Land namens "Fremdistan". Unter Zeitdruck müssen sie komplexe Fragebögen ausfüllen – eine direkte Spiegelung der realen Schwierigkeiten, mit denen Geflüchtete kämpfen, wenn sie Formulare in einer unbekannten Sprache bearbeiten. Manche Aufgaben dauern über 20 Minuten, was den Druck zusätzlich erhöht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bevor sie eine virtuelle Aufenthaltserlaubnis erhalten, müssen die Spieler:innen innerhalb eines strengen Zeitlimits weitere Rätsel lösen, ganz im Stil klassischer Escape-Room-Mechaniken. Die Erfahrung soll die Frustration und Unsicherheit verdeutlichen, die viele Asylsuchende durchleben.

Auch Marls Bürgermeister Thomas Terhorst hat die Simulation selbst ausprobiert und sprach später in einem Interview mit der "WDR Lokalzeit" über ihre Wirkung. Er lobte das Projekt dafür, soziale Barrieren abzubauen und den Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen anzuregen. Die Initiative entstand in Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der "Diakonie" im Kirchenkreis Recklinghausen, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzt.

Nach mehreren Wochen in Marl wird der Escape Room als nächstes nach Duisburg umziehen.

Das Projekt bietet den Bewohner:innen die Möglichkeit, zumindest für kurze Zeit in die Rolle von Geflüchteten zu schlüpfen. Indem es den Stress bürokratischer Verfahren nachstellt, hoffen die Veranstalter:innen, mehr Empathie und Unterstützung für Asylsuchende zu wecken. Mit dem Umzug nach Duisburg soll das Angebot ein noch größeres Publikum erreichen.

Quelle