Essen sammelt Meinungen zu Olympia 2032 – per Bierdeckel und QR-Code
Hans-Helmut RuppersbergerEssen sammelt Meinungen zu Olympia 2032 – per Bierdeckel und QR-Code
Essen startet ungewöhnliche Umfrage: Bürgermeinungen zur Olympiaplanung auf Bierdeckeln
Essen hat eine neue, kreative Methode eingeführt, mit der Bürger ihre Meinung zur Bewerbung der Stadt für die Olympischen Spiele äußern können – und zwar auf Bierdeckeln. Im Rahmen der Initiative "Pottdeckel" (ein Wortspiel aus "Pott" für das Ruhrgebiet und "Deckel" für Bierdeckel) werden in lokalen Bars und Restaurants speziell bedruckte Untersetzer verteilt. Jeder trägt Diskussionsfragen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2032. Das Projekt soll lockere Gespräche unter Gästen in ihrem gewohnten Umfeld anregen.
Der "Pottdeckel" ist Teil der umfassenden Kommunikationsstrategie Essens für die Rhein-Ruhr-Bewerbung um die Spiele. Entwickelt wurde die Aktion vom städtischen Portal "unsere stadt" in Kooperation mit der Privatbrauerei Jacob Stauder. Die Bierdeckel verfügen über zwei QR-Codes: Einer verlinkt zu Informationen über die Bewerbung, der andere führt zu einer Plattform, auf der Nutzer anonym ihre Meinung abgeben können – ganz ohne Registrierung, schnell und unkompliziert.
Bürgermeister Thomas Kufen bezeichnete die Initiative als Möglichkeit, die Olympiadiskussion in den Alltag der Menschen zu tragen. Anders als bei offiziellen Umfragen oder Bürgerversammlungen fördern die Bierdeckel spontane Gespräche in entspannter Atmosphäre. Die Maßnahme ergänzt die anstehenden Bürgerentscheide, die für den 19. April 2026 in Städten wie Düsseldorf, Dortmund und Essen geplant sind. Die Wahlunterlagen werden vom 9. bis 29. März 2026 verschickt, die Fristen für die Rückgabe der Stimmzettel variieren je nach Kommune.
Doch der "Pottdeckel" geht über die Olympiaplanung hinaus: Künftig sollen auch andere lokale Themen auf den Bierdeckeln behandelt werden, um die Bürgerbeteiligung weiter zu stärken. Die Einfachheit des Formats – ein vertrautes Alltagsobjekt wie der Bierdeckel – erreicht auch diejenigen, die sich sonst nicht an formalen Beteiligungsprozessen beteiligen würden.
Die ersten Deckel sind bereits in ausgewählten Essener Gaststätten im Umlauf und verbinden so geselliges Beisammensein mit politischer Teilhabe. Bürger können scannen, diskutieren und ihre Meinung abgeben – ganz ohne Hürden. Die Stadt sammelt auf diese Weise Feedback vor der Abstimmung 2026. Weitere Kampagnen sollen das Modell aufgreifen und auch andere Gemeinschaftsthemen auf ähnliche, unkomplizierte Weise behandeln.






