20 April 2026, 08:14

Evonik-Chef Kullmann zerpflückt EU-Klimapolitik als "wirtschaftlichen Wahnsinn"

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" verkündet und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef Kullmann zerpflückt EU-Klimapolitik als "wirtschaftlichen Wahnsinn"

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat weitreichende Reformen der EU-Klimapolitik gefordert. Er kritisierte das Emissionshandelssystem der Union als veraltet und schädlich für die europäische Industrie. Auch den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus lehnte er als wirkungslos ab.

Zum EU-Emissionshandel (ETS) erklärte Kullmann, das System benachteilige mittlerweile europäische Unternehmen. Die Regeln berücksichtigten nicht die heutige globale Wirtschaftsrealität, in der viele Länder eigene Interessen in den Vordergrund stellten. Wettbewerber in anderen Regionen profitierten demnach von niedrigeren Energiekosten und massiver staatlicher Unterstützung.

Den geplanten CO₂-Grenzausgleich (CBAM) bezeichnete er als "bürokratischen Trick ohne echten Effekt". Unverständlich sei für ihn, warum die EU weiterhin Waren aus Ländern mit höheren Emissionen importiere – aus wirtschaftlicher Sicht sei dies "reiner Wahnsinn". Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Evonik unter seiner Führung zu den weltweit führenden Unternehmen bei der Reduzierung der eigenen Emissionen zählt.

Der Manager forderte entweder eine grundlegende Reform oder die vollständige Abschaffung des aktuellen CO₂-Preisystems. Ohne Änderungen werde die europäische Industrie im Wettbewerb mit Konkurrenten aus Ländern mit günstigeren Ressourcen und staatlicher Förderung kaum bestehen können.

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Kullmanns Kritik unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Klimaschutz und industrieller Wettbewerbsfähigkeit. Seine Forderung nach Reformen spiegelt die Sorge wider, dass der bisherige Ansatz der EU die eigene Wirtschaft schwächen könnte. Die Debatte über Emissionsregeln und Grenzabgaben wird voraussichtlich anhalten, da Unternehmen zunehmend auf Änderungen drängen.

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