FDP-Politiker Höne will Bundesvorsitz und attackiert Merz' Wirtschaftspolitik
Rebekka UllrichFDP-Politiker Höne will Bundesvorsitz und attackiert Merz' Wirtschaftspolitik
Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen, hat seine Kandidatur für den Bundesvorsitz der Partei bekannt gegeben. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund scharfer Kritik an der Wirtschaftspolitik der aktuellen Regierung. Seine offizielle Bewerbung wird er auf dem Parteitag Ende Mai vorstellen.
In einem Interview mit dem Sender ntv am Mittwoch zog Höne zum ersten Jahrestag der schwarz-roten Koalition eine ernüchternde Bilanz. Die Umfragewerte der Regierung lägen mittlerweile sogar unter denen der vorherigen Ampelkoalition auf ihrem Tiefpunkt, monierte er.
Im Mittelpunkt seiner Kritik stand die Wirtschaftspolitik. Höne warf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, sich von marktwirtschaftlichen Prinzipien zugunsten sozialdemokratischer Politik verabschiedet zu haben. Zudem übt er scharfe Kritik an der geplanten Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, die seiner Meinung nach sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zusätzlich belasten werde.
Doch Höne zweifelt nicht nur an der inhaltlichen Ausrichtung, sondern auch an Merz’ Führung. Den Start des Kanzlers bezeichnete er als schwach und mahnte zur Selbstreflexion. Der FDP-Politiker zeigte sich zudem verärgert über die Gewohnheit der Regierung, Reformen an Kommissionen auszulagern, statt selbst zu handeln. Dringende wirtschaftliche Herausforderungen würden seiner Ansicht nach vernachlässigt, während bestehende Reformpläne verschleppt oder ignoriert würden.
Über Hönes Kandidatur für den Parteivorsitz wird auf dem FDP-Bundesparteitag Ende Mai entschieden. Sein Wahlkampf konzentriert sich auf die Forderung nach schnelleren Reformen und eine Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik, die er als Abkehr von marktwirtschaftlichen Grundsätzen wahrnimmt. Das Ergebnis wird zeigen, ob seine Regierungskritik innerhalb der Partei auf breitere Unterstützung stößt.






