Friedrich Merz: Vom Fraktionschef zum Kanzler mit Wirtschaftserfahrung
Laurenz MühleVom Friesenstand-Rebellen zum Bundeskanzler - Friedrich Merz: Vom Fraktionschef zum Kanzler mit Wirtschaftserfahrung
Friedrich Merz ist nun seit sechs Monaten deutscher Bundeskanzler. Mit 70 Jahren ist er der zweitälteste Regierungschef in der Nachkriegsgeschichte des Landes. Sein politischer Werdegang erstreckt sich über Jahrzehnte – von frühen parlamentarischen Funktionen bis zu einem vielbeachteten Comeback im Jahr 2022.
Vor 25 Jahren betrat Merz die nationale Bühne, als er Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag wurde. Bis zum Jahr 2000 hatte er sich als zentrale Figur der Opposition und möglicher Kanzlerkandidat etabliert. Doch 2002 übernahm Angela Merkel die Führung der Bundestagsfraktion und lenkte damit seinen politischen Weg in eine andere Richtung.
Nach seinem Rückzug aus der ersten politischen Reihe 2009 widmete sich Merz der Wirtschaft. Von 2016 bis 2020 leitete er als Vorsitzender die deutsche Niederlassung von BlackRock. In dieser Zeit saß er zudem in den Aufsichtsräten von BASF, AXA und der HSBC Deutschland und arbeitete als Partner bei der Kanzlei Mayer Brown.
Sein politisches Comeback begann 2021 mit der Rückkehr in den Bundestag. Ein Jahr später sicherte er sich den CDU-Vorsitz und wurde zum Kanzlerkandidaten der Union. Bekannt für seine Kritik an Merkels Politik, schloss er sich dem Andes-Pakt an – einer einflussreichen Gruppe innerhalb der CDU, die auf Erneuerung drängte.
Abseits der Politik bleibt Merz seinen Sauerländer Wurzeln verbunden. Er geht leidenschaftlich gern Mountainbiken und besucht lokale Kneipen – ein Ausgleich zu seiner hochkarätigen Karriere.
Merz' Weg vom Fraktionschef zum Unternehmensberater und zurück in die Politik hat seine Führung geprägt. Nun im Amt, bestimmt seine Erfahrung in Wirtschaft und Politik seinen Regierungsstil. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich sein doppelter Hintergrund auf die Zukunft Deutschlands auswirkt.






