14 March 2026, 06:31

Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Berliner Restaurants mit Tischen, Stühlen, Blumenvasen und einer Statue im Hintergrund, mit Skulpturen und Pflanzen an den Wänden und Text unten.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat ein historisches Anwesen am Starnberger See erworben – einst die Heimat des legendären deutschen Humoristen Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. Der Kauf spiegelt Jauchs tiefe Wertschätzung für das Werk des Komikers wider, auch wenn das Haus selbst nur selten als Drehort diente. Loriot, von Geburt ein Adliger, hinterließ ein Erbe aus Filmen, Büchern und Sketchen, die bis heute ikonische Bestandteile der deutschen Kultur sind.

Vicco von Bülow, mit vollem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer aristokratischen mecklenburgischen Familie. Ihr Wappen zierte ein goldener Pirol – der "Loriot" –, der ihm später als Künstlername diente. In den 1950er-Jahren veröffentlichte er geistreiche Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick. Sein komödiantisches Talent entfaltete er später auch im Film, etwa in Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in einer Hauptrolle.

Viele von Loriots berühmtesten Szenen entstanden außerhalb Bayerns. Der Speisesaal der Familie Lohse in Pappa ante Portas – bekanntlich ohne Dieter Lohse – wurde in Prag, Tschechien, gedreht. Renate Lohses Mutter feierte ihren Geburtstag am Ahlbecker Pier auf der Insel Usedom, während Heinrich Lohses Kündigungsszene im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin spielte. Weitere Drehorte waren Wien und Salzburg in Österreich, wie Filmarchive belegen.

Jauch, der sich bereits für den Erhalt kulturellen Erbes engagiert hat – etwa bei der Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam –, setzt mit diesem Kauf seine Tradition fort und bewahrt so ein Stück deutscher Komödiengeschichte.

Das Haus am Starnberger See gehört nun Jauch, auch wenn Loriots Filme dort kaum gedreht wurden. Seine Werke – von Büchern bis zu Filmen – sind nach wie vor weit bekannt, und Schauplätze wie der Lohse'sche Speisesaal oder der Ahlbecker Pier bleiben untrennbar mit seinem Vermächtnis verbunden. Die neue Eigentümerschaft sichert die Verbindung des Anwesens zur deutschen Kulturgeschichte für die Zukunft.

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