Henkel stemmt sich gegen steigende Materialkosten – doch Verbraucher bleiben vorerst verschont
Rebekka UllrichHenkel stemmt sich gegen steigende Materialkosten – doch Verbraucher bleiben vorerst verschont
Henkel kämpft mit steigenden Materialkosten, die das Unternehmen in diesem Jahr mit zusätzlichen Ausgaben von 400 bis 500 Millionen Euro belasten. Zwar hat der Konzern in seiner Industriesparte bereits Preiserhöhungen durchgesetzt, bei Verbraucherprodukten zeigt er sich jedoch zurückhaltend.
Vorstandschef Carsten Knobel räumt die finanzielle Belastung ein, vermeidet aber konkrete Prognosen zu weiteren Anpassungen. Die Materialkosten seien 2024 im hohen einstelligen Prozentbereich gestiegen, so das Unternehmen. Um die Last abzufedern, wurden Lieferverträge neu verhandelt und in einigen Märkten die Preise angepasst – alles mit dem Ziel, den Druck zu mindern, ohne die Verbraucher sofort stärker zu belasten.
In der Klebstoffsparte sind Preisanpassungen bereits umgesetzt worden. Deutlich schwieriger gestaltet sich die Lage jedoch im Konsumentengeschäft. Angesichts der angespannten Haushaltsbudgets setzt Henkel hier auf selektive Erhöhungen, die vor allem an die Einführung neuer Produkte geknüpft sind, statt flächendeckende Preissprünge vorzunehmen.
Eine allgemeine Anhebung der Verbraucherpreise im Jahr 2026 schließt Knobel nicht aus – sollte sich der Kostendruck weiter verschärfen. Gleichzeitig warnt er, dass sich die Rahmenbedingungen wöchentlich änderten, was langfristige Vorhersagen nahezu unmöglich mache. Aktuell setzt das Unternehmen daher auf gezielte Anpassungen statt auf pauschale Maßnahmen.
Henkels Strategie zielt darauf ab, Kostendisziplin mit Marktsensibilität in Einklang zu bringen. Während in der Industrie bereits Preisanpassungen laufen, bleibt die Entwicklung im Konsumentenbereich abzuwarten. Das Unternehmen wird die finanzielle Lage weiter beobachten, bevor es über weitere Schritte entscheidet.






