16 April 2026, 16:15

Ibbenbüren baut für fünf Schüler eine 23-Millionen-Hauptschule – warum?

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer, mit Büchern und Stiften auf den Tischen vor ihnen und Papieren an der Wand hinter ihnen.

Ibbenbüren baut für fünf Schüler eine 23-Millionen-Hauptschule – warum?

Ibbenbüren plant trotz sinkender Schülerzahlen einen Neubau für 23 Millionen Euro. Die Gemeinschafts-Hauptschule, die im Schuljahr 2025/2026 nur noch fünf Schüler zählt, soll ihre beiden getrennten Standorte in einem modernen Gebäude zusammenführen. Die meisten lokalen Parteien unterstützen das Vorhaben, auch wenn die Debatte über dessen Notwendigkeit und die künftige Rolle im Bildungssystem der Stadt anhält.

Der Bauentschluss fällt in eine Phase rückläufiger Anmeldezahlen: Für das kommende Schuljahr sind lediglich fünf Schüler angemeldet. Dennoch befürworten Stadtverwaltung und fast alle politischen Gruppen die Investition. Sie argumentieren, das neue Gebäude werde die Lernbedingungen für benachteiligte Schüler verbessern – darunter Flüchtlingskinder, zugewiesene Schüler sowie Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Die Schule verfügt zwar über eine Zertifizierung für "inklusives Lernen", doch Inspektionen haben Schwächen bei der Bewältigung von Unterrichtsstörungen und der individuellen Anpassung des Lehrstoffs festgestellt. Eltern fordern längere gemeinsame Lernphasen sowie Wege, die auch langsameren Schülern den Erwerb des Abiturs ohne Schulwechsel ermöglichen.

Die rund 50.000 Einwohner zählende Stadt Ibbenbüren verfügt bereits über zwei Gymnasien, eine katholische Realschule und eine Gesamtschule mit auf vier Klassen pro Jahrgangsstufe begrenztem Angebot. Der Hauptschul-Neubau, dessen Fertigstellung für 2030 geplant ist, soll die beiden bisherigen Teilstandorte ersetzen. Die Kosten von 23 Millionen Euro sorgen zwar für Diskussionen, doch Befürworter betonen, das Projekt sichere langfristig Bildungswege für Schüler, die alternative Qualifikationsmöglichkeiten benötigen.

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Das Lehrpersonal der Schule, wie die ehemalige Pädagogin Maria Frank, bringt dabei vielfältige Erfahrungen mit. Frank, die nach einem Lehramtsstudium zunächst eine Buchhandlung leitete und später Kunst an einer freien Schule in Ibbenbüren unterrichtete, steht exemplarisch für die unterschiedlichen Ansätze, mit denen Pädagogen Schüler mit besonderen Bedürfnissen unterstützen.

Das 23-Millionen-Projekt wird bis 2030 alle Hauptschulaktivitäten unter einem Dach bündeln. Ziel ist es, bessere Ressourcen für Schüler bereitzustellen, die in regulären Schulformen Schwierigkeiten haben – von Geflüchteten bis zu denen, die individuelle Förderung benötigen. Trotz der geringen Schülerzahl unterstreicht das Vorhaben den Willen der Stadt, Bildungsangebote jenseits klassischer akademischer Laufbahnen zu erhalten.

Quelle