Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt hilft
Hans-Helmut RuppersbergerInflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt hilft
Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – im Dezember könnte die Teuerungsrate auf 4,6 Prozent klettern. Der Preisschub folgt auf die jüngste Zuspitzung der Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran. Ökonomen warnen, dass die höheren Kosten Haushalte zusätzlich belasten werden, die ohnehin schon mit schwachem Wirtschaftswachstum zu kämpfen haben.
Der Konflikt im Nahen Osten hat sich zum Haupttreiber der Inflationswelle entwickelt. Als Reaktion darauf führt die Bundesregierung ab dem 1. Mai eine vorübergehende Spritpreisbremse ein: Für zwei Monate werden die Steuern auf Diesel und Benzin um etwa 17 Cent pro Liter gesenkt. Zudem dürfen Arbeitgeber ihren Beschäftigten einen steuerfreien Inflationsausgleichsbonus von bis zu 1.000 Euro zahlen, um die steigenden Lebenshaltungskosten abzufedern.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat seine Inflationsprognose für 2026 nach oben korrigiert – die durchschnittliche Rate steigt von 2,7 auf 3,5 Prozent. Diese Anpassung spiegelt die Entwicklungen während der Energiekrise 2022 wider, als die Inflation zeitweise über 10 Prozent lag, bevor sie im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent landete. Analysten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) erneut eingreifen könnte, wie bereits vor zwei Jahren, um den Preisanstieg zu bremsen.
Deutschland steht vor einem schwierigen wirtschaftspolitischen Spagat: Die Inflation zieht an, während die Konjunktur schwächelt – die EZB hat kaum Spielraum. Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, fordert die Regierung auf, gezielt einkommensschwache Haushalte zu entlasten, die besonders unter den steigenden Lebenshaltungskosten leiden.
Die Inflationsaussichten für Deutschland haben sich eingetrübt: Bis zum Jahresende 2024 könnte die Rate auf 4,6 Prozent steigen. Kurzfristige Maßnahmen wie die Spritpreissenkung und steuerfreie Zuschüsse sollen die Belastung für die Haushalte lindern. Gleichzeitig hängt das weitere Vorgehen der EZB davon ab, ob die hohe Inflation bei gleichzeitiger Wachstumsschwäche anhält.






