16 March 2026, 16:17

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen – doch der Schwund hält an

Nach neuen Zahlen haben im vergangenen Jahr weniger Menschen in Nordrhein-Westfalen die katholische Kirche verlassen. Das Erzbistum Köln verzeichnete zudem einen Anstieg bei Erwachsenentaufen und Gottesdienstbesuchern. Doch trotz dieser positiven Signale warnen Experten: Der langfristige Rückgang setzt sich fort.

Im Jahr 2025 traten 84.440 Personen formal aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen aus – nach 86.946 im Vorjahr. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche sank die Gesamtzahl der Kirchenaustritte von 160.469 im Jahr 2024 auf 152.783 im Jahr 2025. Damit verlangsamt sich leicht ein Trend, der sich in den letzten zehn Jahren beschleunigt hatte.

Das Erzbistum Köln hob einige ermutigende Entwicklungen hervor: Die Zahl der Erwachsenentaufen stieg von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025, während die Teilnahme an Gottesdiensten von 90.694 auf 94.638 zunahm. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Zahlen als "ermutigende Anzeichen einer neu erwachten Verbundenheit".

Doch das Gesamtbild bleibt schwierig. Die Zahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen sank von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die jüngsten Verbesserungen als "kosmetische Korrekturen" und nannte die Gesamtentwicklung nach wie vor "dramatisch". Besonders in den Jahren 2021 und 2022 hatte es massive Austrittswellen gegeben, ausgelöst durch Finanzskandale und Missbrauchsfälle. Analysten verweisen auf tiefgreifendere Ursachen wie Säkularisierung, generationelle Veränderungen und den schwindenden gesellschaftlichen Einfluss der Kirche.

Zwar verlassen weniger Menschen die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen, doch die Gesamtzahl der Mitglieder schrumpft weiter. Die Zuwächse beim Erzbistum Köln in puncto Taufen und Gottesdienstbesuch geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus – die langfristigen Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Kirchenvertreter und Beobachter sind sich einig: Um den Niedergang umzukehren, müssen sowohl das Vertrauen in die Institution als auch die Haltung der Gesellschaft zur Kirche neu gedacht werden.

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