Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regime
Hans-Helmut RuppersbergerMaria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regime
Maria Kalesnikava, eine Schlüsselfigur der belarussischen Pro-Demokratie-Bewegung von 2020, ist mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Kampf gegen das autoritäre Regime in einem Land, in dem die Unterdrückung weiterhin hart bleibt. Ihre Freilassung aus der Haft Ende 2025 erfolgte nach Jahren internationalen Drucks für die Freilassung politischer Gefangener.
Kalesnikava war im September 2020 in Minsk festgenommen worden, nachdem Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko ausgebrochen waren. Ein Jahr später wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt – wegen ihrer führenden Rolle in der Opposition. Trotz ihrer Inhaftierung gewann ihr Widerstand weltweite Aufmerksamkeit und gipfelte 2022 in der Verleihung des Karlspreises, den sie gemeinsam mit anderen belarussischen Oppositionellen für ihr Engagement für demokratischen Wandel erhielt.
Der Karlspreis, 1950 ins Leben gerufen, zählt zu den renommiertesten europäischen Auszeichnungen für Verdienste um Einheit und Fortschritt. Kalesnikavas jüngster Auftritt in Aachen, wo der Preis traditionell überreicht wird, sendete ein starkes Signal der Solidarität an alle, die in Belarus weiterhin gegen das autoritäre System kämpfen.
Unterdessen hat das Lukaschenko-Regime seine Macht weiter gefestigt. Zwar wurden im Dezember 2025 unter internationalem Druck 120 politische Gefangene freigelassen, doch die Zusammenarbeit mit Russland auf militärischer Ebene dauert an. An der Grenze zu Polen haben sich seit 2024 Gewalt und abgeriegelte Zonen verschärft, was die Isolation des Landes noch verstärkt.
Kalesnikava lebt heute in Deutschland, doch ihre Auszeichnung rückt den anhaltenden Kampf in Belarus in den Fokus. Die Repressionen des Regimes halten an, die militärischen Bindungen an Russland bestehen fort, und die strengen Grenzkontrollen bleiben in Kraft. Der Karlspreis unterstreicht Europas anhaltende Unterstützung für alle, die sich in der Region für Demokratie einsetzen.