14 March 2026, 12:13

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Ein Schwarz-Weiß-Porträt von Carl Graf Bruhl, einem General des Deutschen Reichs, in einem medalienbesetzten Mantel, mit einem texttragenden Papier unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, hat nach Jahren in Haft endlich den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung, die ihr zwar bereits 2022 zuerkannt, aber erst jetzt entgegengenommen wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Ihre Freilassung Ende 2025 erfolgte nach intensiven Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie. Trotz ihrer Inhaftierung ehrte sie die Karlspreis-Jury 2022 für ihren mutigen Widerstand gegen das autoritäre Regime.

Der seit 1950 jährlich verliehene Preis ging zuvor an Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Kolesnikowa nahm ihn am 10. Februar 2023 während einer Feier im Aachener Krönungssaal entgegen. Sie bezeichnete die Auszeichnung als "enorme Ehre" und ein "kraftvolles Zeichen der Solidarität", während sie selbst noch hinter Gittern saß.

Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025 im Rahmen einer Gruppe von 123 politischen Gefangenen, die auf Druck der USA entlassen wurden. Seither wurde ihr in Deutschland Asyl gewährt. Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, lobte ihre Teilnahme an der Preisverleihung als mutiges Bekenntnis zur Demokratie in Europa.

Seit ihrer Entlassung hat sich in Belarus einiges bewegt. Seit Juli 2024 distanziert sich Lukaschenkos Regierung zunehmend von Russland und sucht vorsichtig wieder den Dialog mit dem Westen. Im Januar 2026 erhielt Belarus sogar eine Einladung zu einem US-Friedensrat. Dennoch hält die Repression an: Freigelassene Aktivisten werden zur Ausreise gezwungen, und die Vereinten Nationen kritisieren weiterhin Menschenrechtsverletzungen.

Kolesnikowas Freilassung und ihr Asyl in Deutschland markieren einen Wendepunkt in ihrem langen Kampf. Der Karlspreis steht nun als öffentliche Anerkennung ihres Engagements inmitten der politischen Turbulenzen in Belarus. Gleichzeitig bleibt die Regierung des Landes wegen ihres Umgangs mit Opposition und ihrer Menschenrechtsbilanz weiter in der Kritik.

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