15 March 2026, 04:12

Mega-Skandal in NRW: Illegale Sondermüll-Mafia mit 40 Verdächtigen und 25.000 Tonnen Giftmüll

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllablagerungen und Verschmutzungen" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Mega-Skandal in NRW: Illegale Sondermüll-Mafia mit 40 Verdächtigen und 25.000 Tonnen Giftmüll

Behörden in Nordrhein-Westfalen erheben Anklage gegen 63-jährigen Abfallhändler aus Unna im Rahmen großer Ermittlungen zu illegaler Sondermüll-Entsorgung

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität ermittelt seit eineinhalb Jahren gegen ein kriminelles Netzwerk und hat dabei großflächige Verstöße in der gesamten Region aufgedeckt. Der Beschuldigte, der seit Oktober in Untersuchungshaft sitzt, wird verdächtigt, illegale Mülldeponien betrieben, mit gefährlichen Stoffen unsachgemäß umgegangen und Betrug organisiert zu haben. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft den Kreis der Verdächtigen auf über 40 Personen ausgeweitet, die mit dem System in Verbindung stehen sollen.

Auslöser der Ermittlungen war die Entdeckung von 25.000 Tonnen illegal entsorgter Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck zwischen 2010 und 2013. Nun geht man davon aus, dass derselbe Beschuldigte eine zentrale Rolle in einem weit größeren Netzwerk spielte, das auch kontaminierte Böden und gefährliche Abfälle umfasste.

Bei einer Durchsuchung seines Fahrzeugs wurden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold sowie weitere Wertgegenstände sichergestellt. Im Laufe der Ermittlungen gerieten zudem mehrere Unternehmen in den Fokus, darunter die Bodenentsorgung NRW GmbH (Düsseldorf), die Abfall-Recycling Westfalen AG (Dortmund) und die Kontaminations-Management Solutions KG (bei Köln). Diese Firmen stehen im Verdacht, seit 2024 illegal Abfälle im Ruhrgebiet und im Bergischen Land gesammelt und verarbeitet zu haben.

Allein in Selfkant, nahe der niederländischen Grenze, wurden rund 23.000 Tonnen belasteter Erde auf einem Gewerbegebiet abgeladen. Eine ähnliche Menge soll in Kiesgruben in Kamp-Lintfort entsorgt worden sein. Weitere betroffene Standorte sind unter anderem der Tagebau Garzweiler.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, gefährliche Abfälle anzunehmen, zu vermischen und umzudeklarieren, um deren illegale Entsorgung zu verschleiern. Die Vorwürfe richten sich mittlerweile gegen mehr als 40 Personen, darunter der Hauptverdächtige und mehrere Mittäter.

Der Fall offenbart ein langjähriges System, bei dem Abfallentsorger, Transport- und Baufirmen offenbar gemeinsam Umweltverbrechen begangen haben. Mit zahlreichen noch zu untersuchenden Standorten und einer wachsenden Liste von Verdächtigen ist mit weiteren Anklagen zu rechnen.

Der Hauptbeschuldigte bleibt weiterhin in Haft, während die Behörden das volle Ausmaß der illegalen Entsorgungen und deren Umweltfolgen aufklären.

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