NRW bleibt bei ehrgeizigen Klimazielen trotz Kritik an Gasplänen
Franz Josef SchlosserNRW bleibt bei ehrgeizigen Klimazielen trotz Kritik an Gasplänen
Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt: Bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent sinken, bis 2040 um 88 Prozent. Die schwarz-grüne Landesregierung hält trotz jüngerer Kursänderungen in anderen Bundesländern an ihrem Vorhaben fest, bis 2045 vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Zudem strebt NRW an, bis dahin Europas erste klimaneutrale Industrieregion zu werden.
Bereits jetzt hat das Land Fortschritte vorzuweisen: Bis 2020 übertraf es sein ursprüngliches Ziel einer 25-prozentigen Reduktion und erreichte stattdessen einen Rückgang um 39 Prozent. Die Landesregierung will nun nachlegen und die öffentliche Verwaltung bereits bis 2030 klimaneutral gestalten.
Doch bleiben Herausforderungen bestehen. NRW ist das energieintensivste Bundesland Deutschlands – vor allem wegen seiner Schwerindustrie und Chemieunternehmen. Um den Bedarf zu decken, geht die Regierung von einem Bedarf an etwa fünf Gigawatt Gaskraftwerkskapazität aus. Kritiker, darunter der Landesverband Erneuerbare Energien NRW, halten diesen Gasanteil für überzogen.
Trotz des jüngsten Beschlusses Hamburgs, die eigene Klimaneutralität bereits bis 2040 zu erreichen, zeigt sich NRW von diesem Schritt unbeeindruckt. Umweltverbände im Land erwarten keine Anpassung der eigenen Zeitplanung.
NRWs Klimastrategie setzt auf strikte Emissionsreduktionen und die Dekarbonisierung der Industrie. Die Landesregierung betont, Gaskraftwerke seien für die Versorgungssicherheit unverzichtbar – trotz Widerständen. Gelingt der Plan, würde NRW als erste klimaneutrale Industrieregion Europas in die Geschichte eingehen.






