NRW braucht dringend Wasserstoffimporte bis 2045 – doch die Strategie fehlt noch
Franz Josef SchlosserNRW braucht dringend Wasserstoffimporte bis 2045 – doch die Strategie fehlt noch
Ein neuer Bericht der Initiative IN4climate.NRW unterstreicht den dringenden Bedarf an Wasserstoffimporten für Nordrhein-Westfalen. Bis 2045 wird der Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff in der Region stark ansteigen – deutlich schneller, als die lokale Produktion decken kann. Die Studie skizziert notwendige Importwege, um diese Lücke zu schließen.
Die energieintensiven Industrien, der Mittelstand und der Energiesektor Nordrhein-Westfalens werden in den kommenden Jahrzehnten deutlich mehr Wasserstoff benötigen. Die heimische Produktion allein wird diesen wachsenden Bedarf nicht decken können.
Der Bericht empfiehlt eine gemischte Importstrategie, um Abhängigkeiten von einzelnen Bezugsquellen zu verringern. Für den effizienten Transport von gasförmigem Wasserstoff werden Pipelines aus den Niederlanden, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien vorgeschlagen. Diese Methode vermeidet zusätzliche Umwandlungsschritte und ermöglicht eine kostengünstige, hochkapazitive Lieferung.
Auch schiffbasierte Importe aus entfernteren Regionen wie Brasilien sind geplant. Bis 2030 sollten die wichtigsten Seehäfen der Region über die notwendige Infrastruktur verfügen, um diese Lieferungen abzuwickeln. Kurzfristig könnte importierter grüner Ammoniak den bisher verwendeten grauen Ammoniak in industriellen Anwendungen ersetzen.
Aktuell sind die Kosten der verschiedenen Importwege noch ähnlich hoch. Mit der weiteren Marktreife wird jedoch erwartet, dass sich die Preisdifferenzen weiter verringern.
Die vorgeschlagene Strategie kombiniert Pipeline- und Schiffsimporte, um eine stabile Wasserstoffversorgung zu gewährleisten. Dieser Ansatz soll die industriellen und energetischen Bedürfnisse Nordrhein-Westfalens sichern – bei gleichzeitig überschaubaren Kosten. Die Häfen und Pipelinenetze der Region werden dabei eine Schlüsselrolle spielen, um die künftige Nachfrage zu decken.
