07 May 2026, 04:12

NRW-Polizei startet "Digitale Streife" gegen Online-Kriminalität und Extremismus

Ein Mann mit einem freundlichen Gesichtsausdruck in einem Anzug und Krawatte steht mit einem unscharfen Hintergrund neben Text, der besagt, dass er Zugang zu Wissen und Werkzeugen hat, um gewalttätigen Extremismus durch das Strong Cities Network herauszufordern.

NRW-Polizei startet "Digitale Streife" gegen Online-Kriminalität und Extremismus

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Die im frühen September 2024 eingeführte „Digitale Streife“ markiert eine bedeutende Erweiterung der digitalen Polizeiarbeit im gesamten Bundesland. Die Behörden wollen damit die Erfassung und Analyse von Online-Bedrohungen verbessern – insbesondere bei politisch motivierter Kriminalität.

Den Anstoß für das Projekt gab ein islamistischer Messerangriff in Solingen, der eine Welle neuer Sicherheitsmaßnahmen auslöste. Eine Schlüsselfigur in der Umsetzung ist der 42-jährige Fabian Coenen, der die Unterabteilung 22.2 im Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf leitet. Sein Team spezialisiert sich auf Open-Source-Intelligence (OSINT) – die Nutzung öffentlich zugänglicher Daten für kriminalistische Ermittlungen.

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Die OSINT-Einheit des LKA ist rasant gewachsen: von einst zwei Beamten zu einer vollwertigen Abteilung mit 16 Spezialisten, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf digitale Spurensuche konzentrieren. Coenens Team wurde um sechs weitere Mitarbeiter verstärkt – Teil einer größeren Aufstockung, durch die im LKA insgesamt zehn neue Stellen geschaffen wurden.

Landweit haben fast 100 zusätzliche Beamte aus sechs §4-Behörden an der Initiative mitgewirkt. Jede Behörde hat eine eigene „Digitale Streife“-Einheit eingerichtet, die nach einheitlichen Standards arbeitet. Das LKA fungiert dabei als zentrale Schaltstelle: Es koordiniert Schulungen, Vernetzung und den Austausch mit der Öffentlichkeit, um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten.

Ein zentraler Baustein der Umsetzung ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, Dozent an der Landesschule für Polizei in Neuss, schult Ermittler in OSINT-Methoden. Coenen selbst veranschaulicht den Nutzen solcher Techniken anhand realer Fälle – etwa bei der Fahndung nach einem gesuchten Influencer, dessen digitale Spuren zur Ergreifung führten.

Die „Digitale Streife“ steht für einen grundlegenden Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Durch erweiterte Teams, spezialisierte Schulungen und zentrale Koordination ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Risiken zu überwachen und darauf zu reagieren. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie, die Ermittlungsarbeit nach jüngsten Anschlägen zu modernisieren.

Quelle