17 March 2026, 02:12

Pharmakonzern zwischen Milliardenverlust und medizinischem Hoffnungsträger Kerendia

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einer Hand, die eine Bayer-Tablette Aspirin hält, und dem Text "Das Bayer-Kreuz - Ihre Garantie für Reinheit" darunter.

Pharmakonzern zwischen Milliardenverlust und medizinischem Hoffnungsträger Kerendia

Ein großer Pharmakonzern hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich: Für 2025 meldet das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro. Die hohen Verluste sind vor allem auf Prozesskosten zurückzuführen, doch medizinische Durchbrüche und anstehende juristische Entscheidungen könnten die Zukunft des Konzerns neu prägen.

Zwei Entwicklungen stehen derzeit im Fokus der Anleger: ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu Warnhinweisen auf dem Unkrautvernichter Roundup sowie die Markterweiterung des Nierenmedikaments Kerendia.

Die finanziellen Probleme des Unternehmens verschärften sich 2025 durch hohe Rechtskosten im Zusammenhang mit den laufenden Klagen rund um Roundup. Der Nettoverlust belief sich auf 3,6 Milliarden Euro, während die Schulden auf fast 30 Milliarden Euro anstiegen. Trotz dieser Belastungen bleibt die Pharmasparte stark – gestützt durch klinische Erfolge.

Im März 2026 bestätigte die Phase-III-Studie FIND-CKD, dass Kerendia sein primäres Ziel bei der Behandlung von nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung (CKD) erreichte. Bisherige Zulassungen betrafen diabetische CKD und Herzinsuffizienz, doch die aktuelle Studie erweitert das Anwendungsspektrum. Das Medikament, das seit 2021 von der US-Arzneimittelbehörde FDA für diabetische CKD zugelassen ist, zeigt nun Potenzial, den Krankheitsverlauf auch bei einer größeren Patientengruppe zu verlangsamen.

Das Unternehmen plant, noch in diesem Jahr einen Antrag auf erweiterte Zulassung von Kerendia bei der FDA einzureichen, was den Zugang zu einem deutlich größeren Markt ermöglichen würde. Gleichzeitig laufen die juristischen Auseinandersetzungen weiter: Die mündliche Verhandlung zu den Warnhinweisen auf Roundup ist für den 1. April 2026 angesetzt, mit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs bis Mitte Juni. Ein günstiges Urteil in Kombination mit den Fortschritten bei Kerendia könnte die finanzielle Belastung verringern und die Einführung von zehn neuen Blockbuster-Medikamenten im kommenden Jahrzehnt unterstützen.

Die Aktie reagierte bereits positiv und stieg um 4,71 Prozent auf 40,25 Euro. Auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 wird zudem über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt.

Die nächsten Schritte des Konzerns hängen von zwei zentralen Faktoren ab: dem Urteil des Obersten Gerichtshofs in der Roundup-Klage und der regulatorischen Zulassung für die erweiterte Anwendung von Kerendia. Ein positives Ergebnis in beiden Bereichen würde den Schuldendruck mindern und die Pläne für die Markteinführung neuer Medikamente beschleunigen.

Trotz aller Vorsicht zeigen sich die Anleger derzeit verhalten optimistisch – die jüngsten Kursgewinne deuten auf Vertrauen in die langfristige Strategie des Unternehmens hin.

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