13 March 2026, 18:14

Ramadan-Streit an NRW-Schule löst Debatte über Respekt und Integration aus

Ein Plakat mit einem Jungen und einem Mädchen, die an einem Tisch mit einem Teller Essen, einem Glas und anderen Gegenständen sitzen, mit der Aufschrift "Jedes Kind braucht ein gutes Schulessen."

Ramadan-Streit an NRW-Schule löst Debatte über Respekt und Integration aus

Ein Streit unter Zehnjährigen über das Fasten während des Ramadan hat an einer Schule in Nordrhein-Westfalen eine Debatte ausgelöst. Der Konflikt begann, als einige Schüler infrage stellten, ob Mitschüler essen sollten, während andere das religiöse Fasten einhielten. Behörden haben den Vorfall inzwischen als weniger gravierend dargestellt.

Der Fall trat erstmals im März 2025 an der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve auf. Einige fastende Schüler hätten demnach Unbehagen geäußert, wenn andere während der Schulzeit aßen. Die Schule reagierte mit einer Klassenratssitzung, um die Spannungen zu entschärfen.

Medienberichte, insbesondere der Bild-Zeitung, stilisierten den Vorfall zu einem Kulturkampf um Migration und religiöse Rücksichtnahme. Mit der Schlagzeile "Ramadan-Streit! Schüler sollen heimlich Snacks essen" suggerierte das Blatt, nicht-fastende Kinder würden unter Druck gesetzt, ihr Essen zu verstecken. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte jedoch klar, dass es eine solche Vorgabe nie gegeben habe.

Schulverantwortliche und die lokale Verwaltung bezeichneten den Konflikt als vereinzelten Streit auf dem Pausenhof. Sie betonten, dass ein respektvolles Miteinander weiterhin Priorität habe. Um künftige Probleme zu vermeiden, führt die Schule verpflichtende Lehrerfortbildungen zur interkulturellen Konfliktlösung ein. Zudem werden neue Leitlinien zu religiösen Bedürfnissen erarbeitet und ab dem Schuljahr 2025/2026 Mediatorenteams eingesetzt.

Die Schule plant weitere Gespräche mit Schülern, Eltern und Lehrkräften, um die Kommunikation zu verbessern. Behörden wiederholten, der Vorfall spiegle keine grundsätzlichen Spannungen wider, sondern zeige den Bedarf an klarerem Dialog unter jungen Schülern.

Aus dem Streit sind konkrete Maßnahmen entstanden: Lehrerfortbildungen, aktualisierte Richtlinien und Mediatorenteams werden im nächsten Jahr eingeführt. Die Verantwortlichen betonen zwar, der Vorfall sei harmlos gewesen, haben aber Schritte eingeleitet, um langfristig ein inklusiveres Umfeld zu schaffen.

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