Rindfleischpreise im Spannungsfeld: Verbraucher zahlen mehr, Erzeuger erhalten weniger
Franz Josef SchlosserRindfleischpreise im Spannungsfeld: Verbraucher zahlen mehr, Erzeuger erhalten weniger
In den vergangenen Wochen zeigen die Rindfleischpreise gemischte Trends. Während die Verbraucherpreise stark angestiegen sind, sind die Erzeugerpreise für Rinder zum zweiten Mal in Folge gesunken. Der Markt bleibt unter Druck durch ein knappes Angebot und eine schwache Nachfrage.
Im Großhandel hält sich das Angebot an Schlachtrindern weiterhin in Grenzen. Dennoch sind die Preise für Rinder in allen Kategorien rückläufig. Der Verbandspreis für Rinder sank um 10 Cent pro Kilogramm Lebendgewicht (LG).
Für Jungbullen liegt der Verbandspreis aktuell bei 6,80 Euro/kg LG in der Klasse R3. Jungbullen der Klasse O3 erzielen 6,62 Euro/kg LG, während U3-Bullen auf 6,85 Euro/kg LG kommen. Schlachtrinder (Färsen) der Klasse R3 werden mit 6,50 Euro/kg LG gehandelt, O3-Färsen bringen es auf 6,20 Euro/kg LG.
Kühe der Klasse O3 werden mit 6,15 Euro/kg LG bewertet, R3-Kühe liegen bei 6,20 Euro/kg LG. Die Schlachthöfe drängen auf weitere Senkungen und fordern von den Landwirten einen Abschlag von 20 Cent/kg LG.
Im Einzelhandel mussten Verbraucher Anfang Juli für Rindfleisch 20,8 % mehr bezahlen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch bleibt der Fleischabsatz laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schwach.
Der Markt sendet widersprüchliche Signale: Während die Landwirte für ihre Tiere geringere Preise erhalten, zahlen Verbraucher an der Kasse mehr. Die Schlachthöfe setzen die Landwirte weiter unter Druck, doch das begrenzte Angebot und die schwache Nachfrage prägen die aktuelle Marktsituation.
