Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie Konkurrenz machte und Kultstatus erreichte
Franz Josef SchlosserModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie Konkurrenz machte und Kultstatus erreichte
1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die als Konkurrenz zu Barbie und Petra konzipiert wurde. Hergestellt in Waltershausen, dem Zentrum der Puppenindustrie des Landes, entwickelte sie sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Ihr realistisches Design und die vielfältigen Outfits hoben sie von ihren westlichen Mitbewerberinnen ab.
Entworfen wurde Steffi von Margot Schmied, die der Puppe den Namen ihrer eigenen Tochter gab. Gefertigt in der staatlichen VEB Puppenfabrik Biggi, verfügte sie über einen robuster gebauten, erwachsener wirkenden Körper als Barbie – ein Abbild realistischer Frauenfiguren. Make-up und Frisur orientierten sich an den Trends der 1960er-Jahre und verliehen ihr ein strengeres Erscheinungsbild.
Mit einem ursprünglichen Preis von 16 DDR-Mark galt Steffi für damalige Verhältnisse als teuer. Die Puppe wurde weltweit exportiert und oft an ausländische Würdenträger verschenkt, was der DDR wertvolle Devisen einbrachte. Anders als Barbie umfasste Steffi in ihren frühen Versionen auch verschiedene Hauttöne – ein fortschrittlicher Ansatz in puncto rassischer Vielfalt.
Von 1981 bis etwa 1986 produzierte Playmates Toys die Steffi-Doll und erweiterte ihre Kollektion um zwölf Berufsoutfits, darunter Krankenschwester, Ärztin, Lehrerin, Sekretärin, Astronautin und Polizistin. Damit festigte sie ihren Ruf als karriereorientierte Puppe für Teenager.
Waltershausen, eine Stadt im Thüringer Wald, blieb das Produktionszentrum der Steffi-Puppe. Ihre Beliebtheit hielt selbst nach der Wiedervereinigung an; heute erzielen Vintage-Modelle je nach Zustand und Zubehör Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Steffi bleibt ein sammelwürdiges Stück DDR-Geschichte. Ihre vielfältigen Outfits, das realistische Design und die frühe rassische Inklusivität machten sie einzigartig. Heute gilt sie sowohl als kulturelles Symbol als auch als begehrtes Sammlerobjekt.