06 May 2026, 02:06

Verfallender Polizeikomplex in Wuppertal: Streit um Mieten und Sanierung eskaliert

Verlassenes Gebäude mit graffiti-bedeckten Wänden, Säulen, freiliegenden Boden und sichtbaren Rohren, mit einer Tür im Hintergrund.

Verfallender Polizeikomplex in Wuppertal: Streit um Mieten und Sanierung eskaliert

Polizeikomplex in Wuppertal verkommt nach Jahren der Vernachlässigung – Streit um Mieten und Sanierung eskaliert

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Ein großer Polizeistandort in Wuppertal zerfällt nach jahrelanger Vernachlässigung zusehends. Beamte müssen mit Wasserschäden, Schimmelbefall, Schädlingsplagen und defekten Abwassersystemen kämpfen. Nun ist ein erbitterter Streit über Mietkosten und Sanierungsarbeiten zwischen der Polizei, dem Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement (BLB) und dem Innenministerium entbrannt.

Auf dem Gelände an der Müngstener Straße sind wichtige Einheiten untergebracht, darunter die Taucherstaffel, die Diensthundeführer, die Bereitschaftspolizei und die Waffenverwaltung. Trotz der zentralen Bedeutung leiden die Gebäude unter chronischem Verfall. Provisorische Reparaturen an Duschen und Dachabschnitten haben die Zustände kaum verbessert.

Der Polizepräsident weigert sich, eine drastische Mieterhöhung des BLB zu akzeptieren. Aktuell zahlt die Behörde rund vier Millionen Euro jährlich – nach einer Sanierung könnten die Kosten jedoch auf bis zu 30 Millionen Euro explodieren. Als Reaktion hat der BLB Räumungsklagen für Teile des Geländes eingereicht.

Innenminister Herbert Reul (CDU) schließt einen Verzicht auf den Standort zwar aus, betont aber, das Land werde sich bei den Sanierungskosten „nicht über den Tisch ziehen lassen“. Unterdessen wurde der Polizepräsident Mitte Mai von den Verhandlungen ausgeschlossen – eine Entscheidung, die im Ministerium Frust über die Führung der Gespräche auslöste.

Oppositionspolitiker werfen dem Finanzminister vor, überhöhte Mieten durchsetzen zu wollen, um seine eigenen Haushaltsprobleme zu lösen. Reul hat zwar zusätzliche 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur ab kommendem Jahr gesichert – doch die Mittel fließen erst ab 2030, sodass der Wuppertaler Standort jahrelang in der Schwebe bleibt.

Die Pattsituation zwingt die Wuppertaler Polizei, unter sich verschlechternden Bedingungen weiterzuarbeiten – ohne dass eine schnelle Lösung in Sicht ist. Die Forderungen nach höheren Mieten und die Sanierungskosten bleiben ungeklärt, während essenzielle Einheiten in verfallenen Gebäuden weiterarbeiten müssen. Ohne einen Durchbruch droht der Konflikt bis zum Eintreffen der langfristigen Fördergelder weiterzuschwelen.

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