19 April 2026, 16:13

Videobeweis im DFB-Pokal: Warum die begrenzte Nutzung für Streit sorgt

Schiedsrichter spricht mit zwei Fußballspielern auf einem grasbewachsenen Feld, ein Spieler hält einen Fußball.

Videobeweis im DFB-Pokal: Warum die begrenzte Nutzung für Streit sorgt

Der Einsatz des Videobeweises im DFB-Pokal ist zu einem der großen Diskussionsthemen im deutschen Fußball geworden. Erst ab dem Viertelfinale in der Saison 2019/20 eingeführt, sorgt seine begrenzte Anwendung für Frust bei Vereinen und Funktionären. Aktuelle Fehler, wie eine übersehene Abseitsstellung in einem prominenten Spiel, haben die Forderungen nach einem früheren Einsatz wieder laut werden lassen.

Beim Pokalduell zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München übersahen Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team ein deutliches Abseits von Leroy Sané, wodurch ein Tor zählte. Der Vorfall unterstrich die Risiken, die mit dem Verzicht auf den Videobeweis in den früheren Runden verbunden sind. Bayern-Chef Max Eberl setzt sich seitdem dafür ein, das System bereits früher im Wettbewerb einzuführen.

Auch Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller kritisierte den Videobeweis, nachdem seiner Mannschaft in ihrem 1:1 bei Heidenheim ein Tor aberkannt worden war. Die Inkonsistenz, wann der Videobeweis zum Einsatz kommt, hat sowohl bei Trainern als auch bei Experten scharfe Kritik ausgelöst.

Jochen Drees, ehemaliger Schiedsrichter und heute Innovationschef bei der DFB Schiri GmbH, hält eine Einführung des Videobeweises ab der zweiten Runde für machbar. Doch die finanziellen Hürden bleiben beträchtlich. Die Grundkosten für den Videobeweis in der Bundesliga und der 2. Bundesliga liegen bei etwa 11 Millionen Euro pro Saison, hinzu kommen fast eine weitere Million Euro für das Personal. Auf 612 Spiele umgelegt, ergibt das knapp 20.000 Euro pro Partie.

Für Vereine aus den unteren Ligen stellt die Finanzierung das größte Hindernis dar. Während die Fernseheinnahmen den Videobeweis in den beiden höchsten Spielklassen decken, fehlen kleineren Teams die Mittel für die Umsetzung der Technologie. Ohne zusätzliche Finanzierung bleibt der frühere Einsatz des Videobeweises im DFB-Pokal ungewiss.

Die Debatte um die Rolle des Videobeweises im DFB-Pokal dreht sich um Fairness und Kosten. Die Vereine fordern Gleichbehandlung, doch die finanziellen Grenzen erschweren eine Ausweitung. Solange keine Lösung für die Finanzierung gefunden wird, wird die begrenzte Nutzung des Systems voraussichtlich weiterhin für kontroverse Meinungen sorgen.

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