13 March 2026, 16:35

Warendorf erhöht Tagesgebühr für Wohnmobile – Camper drohen mit Boykott

Ein öffentlicher Markt mit einem vor ihm geparkten Van, umgeben von Gebäuden, Geschäften, Schildern, Fahrzeugen auf der Straße, Personen unter einem Zelt sitzend, Geländern, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Warendorf erhöht Tagesgebühr für Wohnmobile – Camper drohen mit Boykott

Warendorf führt im Frühling eine neue Tagesgebühr von 15 Euro für Wohnmobil-Stellplätze ein – und stößt damit bei Stammcampern auf Unverständnis. Einige kündigen an, den Platz künftig zu meiden. Die Stadtverwaltung begründet die Erhöhung mit der attraktiven Lage und den verbesserten Einrichtungen.

Schon im vergangenen Herbst hatte der Stadtrat einstimmig dem Vorschlag der CDU zugestimmt, die Gebühr auf 15 Euro pro Tag anzuheben. Die Mehreinnahmen sollen in Modernisierungen fließen, darunter neue Stromsäulen und Parkuhren, die im April installiert werden. Die Verwaltung verweist auf die Vorzüge des Platzes – etwa Frischwasseranschlüsse und Stromversorgung – als Rechtfertigung für den Preis.

Doch viele Camper empfinden die Kosten als überzogen. Günter Brossat, 83 Jahre alt und seit Jahren Stammgast, nennt die Gebühr "unbezahlbar". Andere drohen mit einem kompletten Boykott und suchen bereits nach günstigeren Alternativen.

Wer nicht zahlen möchte, kann auf den einfachen Platz am Wiesengrund ausweichen, wo die Übernachtung etwa fünf Euro kostet. Hier gibt es allerdings keine Zusatzleistungen. Unklar bleibt unterdessen die genaue Zahl der Wohnmobil-Stellplätze in Warendorf: Nur sechs kostenfreie Plätze am Stellplatz Linnenwiese sind offiziell bestätigt, während von bis zu 20 die Rede ist.

Die neuen Preise treten im Frühling in Kraft, parallel dazu sollen die angekündigten Aufwertungen umgesetzt werden. Während die Stadt auf die verbesserte Infrastruktur verweist, orientieren sich manche Camper bereits um. Der günstigere Wiesengrund-Platz könnte künftig jene anziehen, die die höhere Gebühr scheuen.

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