27 March 2026, 14:19

Wie die AfD mit Misstrauen gegen Institutionen zur Macht aufstieg

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern, mit dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Wie die AfD mit Misstrauen gegen Institutionen zur Macht aufstieg

Der Aufstieg rechtsextremer Bewegungen in Deutschland hat eine neue Analyse des Soziologen Aladin El-Mafaalani hervorgebracht. In seinem jüngsten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht er, warum Anhänger von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) etablierte Institutionen ablehnen. Die Studie wirft zudem Licht auf übergeordnete Trends, darunter die politischen Strategien, die Figuren wie Donald Trump begünstigten, sowie die Wandlung der AfD seit ihrer Gründung im Jahr 2013.

Die AfD startete 2013 als euroskeptische und rechtliberale Partei. Frühe interne Konflikte, etwa die Spaltung 2015, als ihr liberal-konservativer Flügel die Partei verließ, um die Alfa-Partei zu gründen, trieben die Gruppe weiter nach rechts. Mit der Flüchtlingskrise 2015 verlagerte sich ihr Fokus radikal – weg von der Euro-Kritik, hin zu einer scharfen Angriffe auf die Migrationspolitik. Zwar verlor die Partei in dieser Phase etwa ein Fünftel ihrer 21.000 Mitglieder, doch ihre Anziehungskraft bei Wählern, die mit der traditionellen Politik unzufrieden waren, wuchs stetig.

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Elektorale Erfolge folgten bald. 2013 verfehlte die AfD mit 4,7 Prozent der Stimmen knapp den Einzug in den Bundestag, erreichte aber 2014 bei der Europawahl sieben Prozent. Ihr Durchbruch 2017 machte sie zur stärksten Oppositionspartei; Tino Chrupalla und Alice Weidel führten seitdem die Bundestagsfraktion an. Bis Februar 2025 verdoppelte die AfD ihr Ergebnis von 2021 – mit Weidel als Kanzlerkandidatin.

El-Mafaalani zeigt auf, wie das Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, Gerichten, Wissenschaft und Medien einen Nährboden für populistische Bewegungen schafft. Er argumentiert, dass AfD-Anhänger, verbunden durch gemeinsame Skepsis, über digitale Netzwerke "Gemeinschaften des Misstrauens" bilden. Diese Gruppen setzen ihr Vertrauen in Parteien, die die liberale Demokratie offen ablehnen. Selbst wenn die Inkompetenz der AfD offengelegt würde, so El-Mafaalani, würden ihre Unterstützer nicht zu einem Vertrauen in die demokratischen Institutionen zurückkehren.

Der Einfluss der AfD geht über Wahlerfolge hinaus. Sie hat die politische Landschaft Deutschlands geprägt, indem sie euro- und migrationskritische Wähler mobilisierte und Debatten über EU-Politik, Einwanderung und Medienvoreingenommenheit polarisierte. Trotz Kritik aus dem Establishment bleibt die Partei eine beständige Kraft – eine Mischung aus nationalkonservativen, rechtspopulistischen und teils rechtsextremen Ideologien.

El-Mafaalanis Analyse bietet einen Rahmen, um die anhaltende Anziehungskraft der AfD zu verstehen. Seine Erkenntnisse legen nahe, dass die bloße Widerlegung der Parteithesen das Vertrauen ihrer Anhänger nicht zurückgewinnen wird. Die eigentliche Herausforderung liegt vielmehr darin, die tieferen gesellschaftlichen Spaltungen anzugehen, die solchen Bewegungen erst Auftrieb verleihen.

Quelle