Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Franz Josef SchlosserWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Willich treibt ein großes Wohnbauprojekt voran, um der wachsenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden. Die Stadt plant die Bebauung eines 2,9 Hektar großen Geländes namens Moltkedorf mit 200 neuen Wohneinheiten. Doch der Vorschlag stößt auf starken Widerstand bei Anwohnern – bis Anfang 2026 haben sich bereits über 1.200 Menschen kritisch geäußert.
Das Projekt ist Teil weiterreichender städtischer Pläne, darunter neue Rad- und Fußwege, die die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden sollen. Gleichzeitig wird die nahegelegene Flüchtlingsunterkunft Moltkedorf bis Ende des Jahres geschlossen.
Die ersten Entwürfe für Moltkedorf sehen eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und viergeschossigen Wohnblocks vor. Diese sollen in einer Hofanlage mit gemeinsamen Grünflächen angeordnet werden. Der Zugang zum Gelände erfolgt über die Moltke-Straße mit einem einseitig geführten Ringsystem. Parkplätze sind als oberirdische Stellflächen, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage geplant.
Die Anwohner haben zahlreiche Einwände gegen die aktuellen Pläne vorgebracht. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die bereits von über 70 Personen unterzeichnet wurde und weiter Unterstützung findet, werden Bedenken wegen zunehmender Verkehrsbelastung, unzureichender Infrastruktur und zu hoher Bebauungsdichte geäußert. Viele fürchten, dass die hohen Wohnblöcke über die angrenzenden Kleingartenanlagen ragen und eine unerwünschte Barriere bilden. Weitere Kritikpunkte sind der Mangel an Grünflächen und die Auswirkungen auf die bestehenden Nachbarn.
Die Stadt hat als Reaktion weitere Bürgerbeteiligung zugesagt. Als nächste Schritte stehen die Investorensuche, die Ausschreibung und die Erarbeitung eines Entwurfskonzepts an. Eine weitere Feedbackrunde soll folgen, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden.
Die Kritik hat in den letzten Monaten an Schärfe gewonnen. Bis Anfang 2026 hatten sich 1.247 Anwohner offiziell gegen das Projekt ausgesprochen. In ihrer Erklärung fordern sie einen Stopp der Pläne, eine unabhängige Umweltprüfung und mehr Transparenz bei den Entscheidungsprozessen. Zudem soll der Erhalt der Grünflächen sichergestellt und die Planung partizipativer gestaltet werden.
Die Entwicklung des Moltkedorfs bleibt in Willich ein umstrittenes Thema. Während die Stadt den Bedarf an neuem Wohnraum betont, wächst der Druck, die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen. Weitere Bürgerbeteiligung ist vorgesehen, bevor mit dem Bau begonnen wird.
Falls das Projekt genehmigt wird, würde es das Viertel prägen – mit neuen Wohnungen und Infrastruktur, aber auch der Schließung der benachbarten Flüchtlingsunterkunft. Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob Stadt und Anwohner einen Kompromiss finden.






