Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultfiguren und Traditionen
Laurenz MühleWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultfiguren und Traditionen
Mehrere bayerische Städte tauschen Standard-Ampelmännchen gegen regionale Kultfiguren aus
Von Brezen werfenden Frauen bis zu historischen Wurstvendern: Immer mehr bayerische Kommunen ersetzen klassische Fußgängerampeln durch Signale mit lokalem Bezug. Der Trend hält an – trotz der Vorliebe der Landesregierung für einheitliche Verkehrszeichen.
Mittlerweile setzen mindestens sieben Städte auf individuelle Ampelfiguren. München zeigt drei Pumuckl-Signale, während Nürnbergs Fußgängerampel bis Dezember 2028 Albrecht Dürers "Feldhase" ziert – eine temporäre Installation zum 555. Geburtstag und 500. Todestag des Künstlers. Straubing nutzt die lokale Volksfigur "Bruder Straubinger", und in Dachau leuchten Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht.
In Deggendorf wirft eine Frau Knödel, in Coburg prangt eine gebratene Wurst. Hof wird bald seinen "Wärschtlamo" einführen – einen 150 Jahre alten Wurstvender mit Messingkessel. Die Figur hebt bei Rot beide Arme und geht bei Grün, ganz wie im echten Straßenverkauf.
Einige Entwürfe benötigten Sondergenehmigungen. Augsburgs "Kasperl"-Ampel musste wegen Bedenken zur Verkehrssicherheit die Zustimmung der Regierung von Schwaben einholen. Hofs "Wärschtlamo" wurde zunächst abgelehnt, später aber doch genehmigt. Das bayerische Innenministerium rät zwar von individuellen Ampeln ab, lässt den Kommunen aber Spielraum.
Die thematischen Signale in Dachau kosteten rund 300 Euro für Schablonen plus Grafikerhonorar. Aufgrund der positiven Resonanz plant die Stadt weitere Tracht-Figuren. Bayreuths Ampeln ehren den Komponisten Richard Wagner und verbinden kulturellen Stolz mit Alltagsinfrastruktur.
Die maßgeschneiderten Ampeln spiegeln lokale Identität wider – zwischen Landesvorgaben und kreativer Freiheit. Städte wie Dachau und Hof erweitern ihre Motivauswahl und balancieren zwischen Tradition und Verkehrssicherheit. Die Designs bleiben ein sichtbarer und oft verspielter Teil des bayerischen Stadtbilds.






