19 March 2026, 16:17

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Blauer Hintergrund mit wei├čer Schrift und einem wei├čem Kreis-Logo mit einer blauen Umrandung, das eine neue Regel zur St├Ąrkung der psychischen Gesundheit umreißt.

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste an diesem Donnerstag gegen geplante Honorarkürzungen vor. Ab April 2026 wollen die Krankenkassen die Erstattungssätze für Psychotherapie um 4,5 Prozent kürzen. Fachleute warnen, dass dieser Schritt die ohnehin angespannte psychotherapeutische Versorgung in der Region weiter verschärfen könnte.

Die geplante Kürzung kommt zu einer Zeit, in der Patientinnen und Patienten in NRW bereits monatelang auf Behandlungen warten müssen. Im Schnitt dauert es fünf Monate, bis ein erster Termin für ein Beratungsgespräch zustande kommt. Psychotherapeut:innen, die bereits jetzt weniger verdienen als jede andere ärztliche Fachgruppe in Deutschland, argumentieren, dass die Kürzungen die Situation noch unhaltbarer machen werden.

Die Eröffnung einer Praxis ist bereits mit hohen Kosten verbunden – ohne klare Regelungen für die Vergütung eines Kassensitzes, der Zulassung, die für die Behandlung von Kassenpatienten erforderlich ist. Moritz Esser-Wolters etwa investierte 50.000 Euro, um seine Praxis in Coesfeld aufzubauen. Die Psychotherapeutenkammer NRW warnt, dass weitere finanzielle Belastungen noch mehr Therapeuten aus dem System drängen könnten.

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Der Mangel an Kassensitzen ist ein bundesweites Problem: Schätzungen zufolge fehlen in ganz Deutschland etwa 7.000 dieser Zulassungen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo veraltete Planungsvorgaben und eine steigende Nachfrage die Lage zuspitzen. Die Proteste finden in mehreren Großstädten NRWs statt, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Die Therapeut:innen fordern eine fairere Finanzierung, um den Zugang zur Versorgung für Patient:innen zu sichern.

Die Honorarkürzungen drohen, die Wartezeiten weiter zu verlängern und das Behandlungsangebot für gesetzlich Versicherte zu verringern. Wenn sich immer weniger Therapeuten eine Praxis leisten können, könnte sich die Kluft zwischen Bedarf und verfügbaren Therapieplätzen noch weiter vergrößern. Die Proteste unterstreichen die wachsende Sorge um die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung in der Region.

Quelle