Betrüger nutzen gefälschte Mahnschreiben – so schützen Sie sich vor falschen Forderungen
Hans-Helmut RuppersbergerBetrüger nutzen gefälschte Mahnschreiben – so schützen Sie sich vor falschen Forderungen
Betrüger verschicken zunehmend gefälschte Mahnschreiben, um Verbraucher zur Zahlung erfundener Forderungen zu verleiten. Immer öfter missbrauchen Kriminelle dabei die Namen echter Unternehmen, um ihre Forderungen glaubwürdig erscheinen zu lassen. Da die Meldungen über solche betrügerischen Maschen weiter zunehmen, haben Behörden nun Warnungen herausgegeben.
Verbraucherschützer in Nordrhein-Westfalen haben kürzlich auf einen neuen Betrug mit Schreiben einer fingierten Firma namens "COEO-INKASSO GmbH" hingewiesen. In diesen Briefen werden angeblich offene Parkgebühren eingefordert, wobei die Empfänger unter Druck gesetzt werden, um sie zur Zahlung zu bewegen. Zudem nutzen die Täter auch die Namen seriöser Inkassodienstleister wie "Jedermann Inkasso GmbH", "Universal Inkasso AG" oder "DIAS Deutsche Inkasso Service GmbH", um ihren falschen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen.
Echte Inkassounternehmen müssen klare Angaben zum Anspruch machen – etwa zu der zugrundeliegenden Leistung, dem Unternehmen und dem Zeitraum. Fehlen diese Details, ist Vorsicht geboten. Ein weiteres Warnsignal sind ausländische Kontodaten, die von seriösen Inkassobüros kaum genutzt werden.
Um die Echtheit eines Mahnschreibens zu prüfen, können Verbraucher kostenlos im Rechtsdienstleistungsregister online nachschauen. Handelt es sich angeblich um eine Anwaltskanzlei, lässt sich deren Seriosität über das Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer überprüfen. Die Verbraucherzentralen bieten zudem einen kostenlosen "Inkasso-Check" an, mit dem verdächtige Schreiben geprüft werden können.
Bei offensichtlichem Betrug raten Experten, nicht zu antworten oder auf Links zu klicken. Stattdessen sollte man das betroffene Unternehmen über die offiziellen Kontaktdaten kontaktieren und den Vorfall bei der Polizei anzeigen.
Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat eine "Inkasso-Schwarze Liste" veröffentlicht, auf der 146 Firmen aufgeführt sind, die mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden. Die Behörden warnen davor, niemals voreilig zu zahlen – selbst wenn die Forderung dringend erscheint.
Gefälschte Mahnschreiben werden immer professioneller, doch Verbraucher können sich schützen, indem sie wachsam bleiben. Durch die Überprüfung offizieller Register und die sorgfältige Prüfung von Forderungen lassen sich finanzielle Verluste vermeiden. Wer verdächtige Schreiben erhält, sollte diese umgehend melden, um weitere Betrugsversuche zu verhindern.






