29 March 2026, 04:13

Daimler Truck und Deutz setzen auf gegensätzliche Wachstumsstrategien in der Transformation

Altes deutsches Aktienzertifikat mit einer Stadtansicht und gedrucktem Text, das wahrscheinlich seinen Ursprung beschreibt.

Daimler Truck und Deutz setzen auf gegensätzliche Wachstumsstrategien in der Transformation

Zwei deutsche Industriegiganten gehen in einem sich wandelnden Markt unterschiedliche Wege, um zu wachsen. Daimler Truck bleibt eine klassische Wertanlage mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis und attraktiven Dividenden. Gleichzeitig hat Deutz sich neu erfunden und setzt nicht mehr nur auf traditionelle Motoren, sondern auf Energielösungen und Verteidigungstechnologie.

Beide Unternehmen setzen auf Innovation – das eine mit elektrischen und Wasserstoff-Lkw, das andere durch die Anpassung von Verbrennungsmotoren für eine klimaneutrale Zukunft.

Daimler Truck, mit einem Börsenwert von knapp 35 Milliarden Euro, verfolgt eine Doppestrategie im emissionsfreien Transport. Sein neuestes Modell, der eActros 600, markiert den Serienstart eines batteriebetriebenen Fernverkehrs-Lkw. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen Brennstoffzellen als Alternative zu Batterien.

Das Unternehmen deckt die gesamte Nutzfahrzeugbranche ab – von der Fahrgestellproduktion bis zum digitalen Flottenmanagement. Die nordamerikanischen Geschäfte bleiben hochprofitabel, während Wachstumschancen in der Margensteigerung für Mercedes-Benz-Lkw und autonomes Fahren liegen. Risiken bestehen jedoch in einer möglichen wirtschaftlichen Abkühlung in China und Europa, die die Nachfrage dämpfen könnte.

Deutz, einst ausschließlich für Dieselmotoren bekannt, liefert heute Notstromsysteme für Rechenzentren, Wasserstoff-Verbrennungsmotoren und unbemannte Verteidigungssysteme. Das Unternehmen argumentiert, dass Verbrennungsmotoren eine Zukunft haben – vorausgesetzt, sie laufen mit klimaneutralen Kraftstoffen wie Wasserstoff oder E-Fuels. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um fast 13 Prozent, was ein höheres KGV als bei Daimler Truck rechtfertigt.

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Seit dem Börsengang 2021 hat Deutz seine Marktkapitalisierung stetig gesteigert, selbst unter schwierigen Marktbedingungen. Starke operative Ergebnisse im Jahr 2025 trugen zu diesem Wachstum bei. Dennoch könnte die Expansion in den Verteidigungssektor Stabilität bringen, indem die Abhängigkeit von Konjunkturzyklen verringert wird. Weitere Übernahmen könnten jedoch die Finanzierung belasten und die Komplexität für das Management erhöhen.

Daimler Truck bietet Anlegern eine klassische Wertanlage mit einer Dividendenrendite von fast fünf Prozent und einem KGV von etwa 11. Der Fokus liegt auf Elektro- und Wasserstoff-Lkw sowie autonomem Fahren. Deutz hingegen positioniert sich als flexibler Energie- und Verteidigungspartner und setzt auf klimaneutrale Verbrennung und neue Märkte.

Beide Ansätze spiegeln größere Branchenveränderungen wider – hin zu Nachhaltigkeit im Transportwesen und Diversifizierung im Maschinenbau. Ihre nächsten Schritte hängen davon ab, wie schnell diese Strategien Früchte tragen.

Quelle