Drei Industriekulturnetzwerke bündeln Kräfte für gemeinsames Erbe
Hans-Helmut RuppersbergerDrei Industriekulturnetzwerke bündeln Kräfte für gemeinsames Erbe
Drei große Netzwerke des Industrieerbes haben sich zusammengeschlossen, um ihre gemeinsame Geschichte zu bewahren und zu fördern. Die Industriekultur Bergisches Land, WasserEisenLand und die Route der Industriekultur unterzeichneten in einer feierlichen Zeremonie in Solingen eine Kooperationsvereinbarung. Ihr Ziel ist es, die überregionalen Verbindungen zu stärken und durch gemeinsame Projekte das Besuchererlebnis zu verbessern.
Die Unterzeichnung fand im LVR-Industriemuseum Hendrichs Drop Forge in Solingen statt. Sandra Brauer, Direktorin des Bergischen Museums und Vorsitzende der Industriekultur Bergisches Land, vertrat dort ihr Netzwerk. Die Partnerschaft vereint das Bergische Land, Südwestfalen und das Ruhrgebiet – Regionen mit tiefen industriellen Wurzeln.
Die Route der Industriekultur im Ruhrgebiet umfasst derzeit 25 zentrale Standorte, die durch gelbe Signalobjekte gekennzeichnet sind, sowie 28 thematische Routen. Dazu gehören bekannte Orte wie die Zeche Zollern, die Zeche Zollverein, der Chemiepark Marl und die Arbeitersiedlung Margarethenhöhe in Essen. Besonders der Chemiepark Marl hat in den letzten fünf Jahren internationale Aufmerksamkeit erlangt; für 2026 sind geführte Bustouren als Teil der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) geplant.
Das Bergische Museum spielt eine zentrale Rolle in der Bergischen Region und unterstützt Forschung, Dokumentation und Tourismus im Zusammenhang mit der industriellen Vergangenheit. Kirsten Baumann, Vorsitzende des Bundesverbandes Industriekultur Deutschland (BIKD), lobte die Zusammenarbeit und bot ihre Unterstützung an. Christiane Baum, Generalsekretärin der ERIH, begrüßte die Initiative ebenfalls und betonte den Wert lokaler Partnerschaften für die europäischen Netzwerke.
Die drei Organisationen planen, ab 2026 gemeinsame Veranstaltungen und Publikationen zu starten. Im Fokus stehen die Stärkung der regionalen Vernetzung und die Verbesserung der Besucherinteraktion mit dem industriellen Erbe.
Die Vereinbarung markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer engeren Zusammenarbeit der drei führenden Industriekulturnetzwerke. Gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Veröffentlichungen sollen ab 2026 den Tourismus fördern und die gemeinsame Geschichte bewahren. Gleichzeitig wird die Partnerschaft auch die Verbindungen zu europäischen Initiativen wie der ERIH intensivieren.






