22 March 2026, 12:16

Gericht kippt Vuelings Handgepäckgebühren – ein Sieg für Verbraucher

Schwarzes und weißes Bild von Reisenden in einem Flughafen, einige gehen mit Gepäck, andere sitzen auf Bänken oder stehen, mit einem Mann und einer Frau, die Taschen halten, in der Mitte und Fensterjalousien links.

Gericht kippt Vuelings Handgepäckgebühren – ein Sieg für Verbraucher

Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling für ungerecht gegenüber Passagieren erklärt. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass die Fluggesellschaft künftig nicht mehr nur eine kleine Tasche als kostenloses Handgepäck zulassen darf. Das Urteil folgt auf eine Klage des Verbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), der argumentierte, die Regeln verstießen gegen EU-Recht.

Im Mittelpunkt des Falls stand die Praxis von Vueling, für größere Kabinentaschen – selbst wenn sie die Standardgrößen einhalten – zusätzliche Gebühren zu verlangen. Verbraucherschützer kritisieren solche Regelungen seit Langem als irreführend und kostspielig für Reisende.

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Die Klage wurde vom vzbv unter der Leitung von Geschäftsführerin Ramona Popp eingereicht. Sie forderte, dass Fluggesellschaften ein kleines persönliches Gepäckstück sowie einen standardmäßigen Handgepäckkoffer – mit einer Gesamtgröße von mindestens 115 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm – ohne Zusatzkosten erlauben sollten. Popp plädierte zudem für klarere EU-weite Vorschriften und bemängelte, dass die aktuellen Richtlinien zu vage seien und zu versteckten Gebühren führten.

Das Gericht gab ihr recht und stellte fest, dass Handgepäck ein grundlegender Bestandteil des Flugreiseverkehrs sei. Es urteilte, dass keine zusätzlichen Gebühren anfallen dürfen, wenn die Taschen angemessene Größen- und Gewichtslimits einhalten. Diese Entscheidung steht im Einklang mit den Bestrebungen des Europäischen Parlaments, die Passagierrechte zu reformieren.

Ende Januar hatte der Verkehrsausschuss des Parlaments mit großer Mehrheit für ein Verbot von Handgepäckgebühren gestimmt. Die vorgeschlagenen Reformen zielen zudem auf mehr Transparenz und einheitliche Standards ab, sehen aber auch strengere Regeln für Entschädigungen bei Verspätungen vor. Unterdessen laufen laut vzbv ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air noch.

Weder der Europäische Rat noch die Europäische Kommission haben sich bisher öffentlich zum Vueling-Urteil oder zu den weiteren Handgepäckreformen geäußert.

Das Urteil zwingt Vueling, seine Handgepäckrichtlinien zu ändern und die Zusatzgebühren für standardgroße Taschen abzuschaffen. Es setzt zudem einen Präzedenzfall, der auch andere Airlines betreffen könnte, die mit ähnlichen rechtlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Verbrauchergruppen hoffen, dass die Entscheidung zu klareren Branchenregeln führt und so Verwirrung sowie unerwartete Kosten für Passagiere verringert.

Quelle