Heino-Konzert in Bad Belzig entfacht Debatte um entlassenen Feuerwehrmann Münder
Rebekka UllrichHeino-Konzert in Bad Belzig entfacht Debatte um entlassenen Feuerwehrmann Münder
Ein kürzlich stattgefundenes Konzert des 87-jährigen deutschen Sängers Heino in Bad Belzig, Brandenburg, hat die Debatte um die Entlassung eines Feuerwehrmanns neu entfacht. Die Veranstaltung am Samstagabend diente als Solidaritätsbekundung für Richard Münder, der nach dem Abspielen der ersten Strophe der deutschen Nationalhymne bei einer Feuerwehrmeisterschaft von seinen Richterämtern ausgeschlossen worden war. Seitdem prallen die Meinungen von Kritikern und Unterstützern über die politischen und gesellschaftlichen Folgen des Vorfalls aufeinander.
Der Streit begann im Jahr 2025, als Münder, ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig, bei den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften in Torgau, Sachsen, die erste Strophe des Deutschlandlieds – "Deutschland, Deutschland über alles" – spielte. Diese Strophe, 1841 verfasst, später jedoch mit NS-Propaganda in Verbindung gebracht, ist seit 1952 nicht mehr Teil der offiziellen Nationalhymne. Daraufhin entfernte der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) Münder aus seinen Positionen und begründete dies mit einem Verstoß gegen die eigenen Werte.
Münder weist Vorwürfe einer rechtsextremen Gesinnung zurück und behauptet, er werde zu Unrecht stigmatisiert. Als Reaktion gründete er mit anderen die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft, eine konkurrierende Organisation, die – anders als der offizielle Verband – jährlich Feuerwehr-Sportmeisterschaften ausrichten will. Rolf Fünning, Präsident des Brandenburgischen Feuerwehrverbandes, kritisierte diesen Schritt scharf und warf Münder vor, die Feuerwehrgemeinschaft zu spalten. Zwar dürfen Mitglieder an den Veranstaltungen der neuen Gruppe teilnehmen, ihnen ist es jedoch untersagt, offizielle Abzeichen des Verbandes zu tragen.
Heinos Konzert am Samstag wurde als Zeichen der Solidarität mit Münder inszeniert. Sein Manager, Helmut Werner, betonte, die Aufführung solle Münder eine "zweite Chance" geben, und wies Spekulationen zurück, Heino stehe politisch rechts. Werner verwies darauf, dass der Sänger öffentlich ein Verbot der rechtspopulistischen AfD gefordert habe und in der Vergangenheit sowohl SPD als auch CDU gewählt habe. Während des Konzerts tanzte das Publikum zu Heinos Hits wie Karamba, Karacho, ein Whisky und Die schwarze Barbara und jubelte besonders, als Layla gespielt wurde.
Gleichzeitig fand am selben Abend in Bad Belzig eine Gegenveranstaltung unter dem Titel "Party für Vielfalt" statt, die die lokalen Spannungen rund um den Konflikt verdeutlichte.
Das Konzert und Münders Pläne für jährliche Meisterschaften haben die Gräben innerhalb der Feuerwehrgemeinschaft weiter vertieft. Der Landesfeuerwehrverband warnte, die Spaltung könnte langfristige Folgen haben. Bisher wurden keine Änderungen an der Struktur oder den Wettbewerben des offiziellen Verbandes angekündigt, doch die Diskussion über Tradition, Politik und Einheit im Feuerwehrwesen dauert an.






