22 April 2026, 04:14

Illegale Müllentsorgung beim Dortmunder ICE-Depot: 24.000 Tonnen belastete Erde verschwunden

Ein Zug fährt durch eine verwöstete Landschaft mit aufsteigendem Rauch, umgeben von Strommästen und Dröhten, vor Höhen unter einem klaren Himmel, mit verstreuten Trömmern im Vordergrund.

Illegale Müllentsorgung beim Dortmunder ICE-Depot: 24.000 Tonnen belastete Erde verschwunden

Großer illegaler Müllskandal um neues ICE-Bahnhofsdepot der Deutschen Bahn in Dortmund

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Bei einem neuen ICE-Wartungsdepot der Deutschen Bahn in Dortmund ist ein massiver illegaler Abfallskandal aufgedeckt worden. Fast 24.000 Tonnen belastete Erde vom Baugelände sollen ohne die erforderliche Genehmigung entsorgt worden sein. Drei Männer, darunter ein 63-Jähriger aus Unna, müssen sich nun vor dem Landgericht Dortmund wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an dem Betrug verantworten.

Im Mittelpunkt des Falls steht die illegale Abfuhr von verschmutztem Erdreich vom 400-Millionen-Euro-Projekt, das Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. Ermittlern zufolge verschwanden zwischen Februar und November 2024 rund 1.000 Lkw-Ladungen belasteter Erde von der Baustelle. Statt einer fachgerechten Entsorgung wurde das Material laut Vorwurf in zwei Kiesgruben am Niederrhein abgeladen.

Ein Recyclingunternehmen aus Soest steht unter dem Verdacht, die illegale Abfallentsorgung organisiert zu haben, gemeinsam mit zwei weiteren Beschuldigten. Auch die Betreiber der Kiesgruben werden untersucht, da ihre Genehmigungen nur für unbelastete Erde galten. Das Depot, das täglich bis zu 17 Hochgeschwindigkeitszüge warten soll, wird als klimaneutrales Vorzeigeprojekt beworben – was die illegale Müllentsorgung besonders brisant macht.

Die Deutsche Bahn sieht sich nun mit der Frage konfrontiert, wie sie die Abfallentsorgung auf ihren Baustellen überwacht. Im Prozess wird geprüft, ob ausreichende Kontrollen bestanden, um solche großflächigen Umweltverstöße zu verhindern.

Die Gerichtsverhandlungen sollen das Ausmaß der Beteiligung der Angeklagten an den illegalen Ablagerungen klären. Bei einer Verurteilung drohen ihnen empfindliche Strafen wegen Umweltvergehen. Der Fall setzt die Deutsche Bahn zudem unter Druck, die Kontrollen über das Abfallmanagement in künftigen Projekten deutlich zu verschärfen.

Quelle