Kalter Mord nach 22 Jahren: DNA bringt Durchbruch im Fall des erwürgten Kellners
Franz Josef SchlosserHomophobie? Prozess um Mord an Kellner nach 22 Jahren - Kalter Mord nach 22 Jahren: DNA bringt Durchbruch im Fall des erwürgten Kellners
Ein 57-jähriger Handwerker aus Kürten steht wegen des Mordes an einem 29-jährigen Kellner im Jahr 2003 in Bad Driburg vor Gericht. Der Fall blieb über 22 Jahre ungelöst, bis DNA-Beweise den Angeklagten Anfang 2025 mit der Tat in Verbindung brachten. Diese Woche begann der Prozess vor dem Landgericht Paderborn; der Beschuldigte schweigt bisher zu den Vorwürfen.
Das Opfer wurde im November 2003 gefesselt und erwürgt in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittler vermuteten zunächst ein homophobes Motiv, da der Kellner offen homosexuell lebte. Der nun 57-jährige Angeklagte soll den Mann in seiner Wohnung überfallen, festgehalten und mit einem Staubsaugerkabel erwürgt haben.
Um die Tat zu vertuschen, habe der Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft das Auto des Opfers auf einen entfernten öffentlichen Parkplatz gefahren. Ihm wird zudem vorgeworfen, die Geldbörse, das Handy und die Webcam des Kellners gestohlen zu haben. Die Ermittler gehen von zwei möglichen Tatmotiven aus: der Abneigung des Angeklagten gegen Homosexuelle und seinen eigenen finanziellen Problemen.
Die erste Verhandlung fand in dieser Woche statt, wobei der Angeklagte keine Aussage machte. Weitere Prozesstage sind an acht zusätzlichen Terminen bis Januar 2026 angesetzt. Der Mord blieb über zwei Jahrzehnte ungeklärt, bis DNA-Spuren zur Festnahme des Beschuldigten führten. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. In den kommenden Monaten wird das Gericht die Beweislage und die Motive prüfen.






